Politik » Artikel Berlin, 05.09.2010   


UN-Sekretariat richtet deutsche Webseite ein

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat das Jahr 2006 zum Internationalen Jahr der Wüsten und Wüstenbildung (IYDD) erklärt. Mit der internationalen Koordination von IYDD ist das UN-Sekretariat der internationalen Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD) betraut, das seit 1999 seinen Sitz in Bonn hat. Eine deutsche Webseite bietet nun ausführliche Informationen.

Alle Mitgliedsstaaten sind aufgerufen, auf staatlicher und nichtstaatlicher Ebene Aktivitäten zur Öffentlichkeitsarbeit vorzubereiten. Ziel ist dabei, über die Ursachen und gravierenden Folgen aber auch über die Möglichkeiten zu informieren, wie Desertifikation wirksam bekämpft werden kann.

In Deutschland hat sich anlässlich des IYDD eine Arbeitsgruppe gebildet, die gemeinsam Aktivitäten und Veranstaltungen von staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen vorbereitet. Ihr gehören neben dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) verschiedene Entwicklungsorganisationen und wissenschaftliche Organisationen an. Über die Aktivitäten dieser Arbeitsgruppe informiert eine nun vorgestellte deutschsprachige Webseite www.iydd2006.de. Zudem bietet die Seite Hintergrundinformationen rund um das Thema Wüsten und Wüstenbildung und weist auf aktuelle Veranstaltungen hin.

Desertifikation entzieht Lebensgrundlage

Von Desertifikation spricht man, wenn Boden durch zu intensive Nutzung unfruchtbar wird und verödet. Das Problem ist brisant: Die Lebensgrundlage von über einer Milliarde Menschen in etwa 110 Ländern ist durch anhaltenden Verlust an fruchtbarem Boden gefährdet. Desertifikation führt zu Hungersnöten, Armut sowie sozialen, wirtschaftlichen und politischen Spannungen, die ihrerseits wieder Konflikte, noch mehr Armut und weitere Bodendegradierung zur Folge haben können. Der Kampf gegen die Desertifikation ist deshalb auch ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Millenniumsziele zur Armutsbekämpfung bis zum Jahr 2015.

Die Wüsten-Konvention der Vereinten Nationen ist das einzige völkerrechtlich bindende Instrument zur Bekämpfung der Bodenzerstörung. 191 Staaten haben das Abkommen unterzeichnet. "UNCCD spielt eine Schlüsselrolle bei den Anstrengungen der Weltgemeinschaft, Armut zu beenden, eine nachhaltige Entwicklung zu fördern und die Millenniumsentwicklungsziele zu erreichen", sagte UN-Generalsekretär Kofi Annan beim letzten Weltwüstentag am 17. Juni.

Deutscher Beitrag

Als UNCCD-Vertragsstaat hat sich die Bundesregierung dazu verpflichtet, die Umsetzung der Konvention zu unterstützen und damit auch die Desertifikationsbekämpfung in den Partnerländern zu fördern. Das BMZ hat innerhalb der Bundesregierung die Federführung für die Umsetzung der Konvention übernommen und ist somit auch dafür zuständig, die Kooperation und den Dialog mit dem am deutschen UN Standort Bonn ansässigen UNCCD-Sekretariat zu pflegen.

Artikel vom 18.01.2006 (SEC / IPS)


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Presse

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