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Berlin, 10.09.2010 |
Kindersoldaten und Kleinwaffenhandel - Zwei Seiten einer blutigen Medaille
Der 12. Februar ist der Tag, an dem sich die Appelle gegen die Rekrutierung und den Einsatz von Kindersoldaten häufen. Das ist sehr wichtig, denn cirka 300.000 Kinder sind derzeit zwangsweise oder mangels Lebensperspektive in militärischen Verbänden. Afrika Start.de möchte Ihnen hier verschiedene & sehr engagierte Aktionen und Initiativen vorstellen.
Einleitend sei festgestellt, dass die familiär entwurzelten, häufig drogenabhängigen und durch ihre Erlebnisse traumatisierten Kinder, im Auftrag von gewissenlosen Milizenführern kämpfen und töten. Dabei werden insbesondere Mädchen nicht nur als Kämpferinnen sondern auch als Sexsklavinnen missbraucht.
Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr
China Keitetsi führte ein solches Leben als Kindersoldatin. Mit ihrem Buch „Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr“ beschreibt sie die drastischen Lebensbedingungen und die Schrecken eines solchen Lebens. Das Buch ist ein einziger Appell an die internationale Gemeinschaft, den Einsatz von Kindersoldaten zu ächten.
Dabei geht es auch in erster Linie darum, die für den Einsatz von Kindersoldaten verantwortlichen Milizenführer juristisch zur Verantwortung zu ziehen. Denn jedem dieser Einsätze geht häufig Verschleppung, aber immer Zwang voran. Bei ihrem Besuch im Deutschen Bundestag formulierte China Keitetsi dies sehr genau und setze es als erste Priorität. Allerdings betonte sie auch, dass die Demobilisierung der Kämpfer/innen und deren Reintegration in die Gesellschaft von enormer Bedeutung und Wichtigkeit seinen.
Kampf gegen Kleinwaffenhandel
Oxfam, amnesty international und das Internationale Aktionsnetzwerk zu Kleinwaffen IANSA haben bereits im Jahr 2003 die Kampagne „CONTROL ARMS - Waffen unter Kontrolle“ in über 70 Ländern gestartet.
Ziel der Kampagne ist es, wirksame Kontrollen des weltweiten Handels mit Waffen und anderen Rüstungsgütern durchzusetzen. Die internationale Gemeinschaft ist aufgefordert, den Teufelskreis von Rüstungshandel, Menschenrechtsverletzungen und Unterentwicklung zu durchbrechen. Diese Arbeit steht in direktem Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Einsatz von Kindersoldaten, da gerade jene Waffen bei Milizen dieser Art zum Einsatz kommen.
Coalition to Stop the Use of Child Soldiers
Die “Coalition to Stop the Use of Child Soldiers” (CSC) ist eine Kampagne, die sich für die Entlassung, Rehabilitation und Reintegration von
Kindersoldaten einsetzt. Die Koalition wurde 1998 gegründet. Ihr
gehören Menschenrechts- und UN-Organisationen aus aller Welt an.
Red Hand Day
Mit dem "Red Hand Day" wollen Nichtregierungsorganisationen wie Terres des Hommes (TDH) auf das Schicksal der Kindersoldaten aufmerksam machen. Seit kurzem ist die neue Website online, auf der künftige Aktionen zum Red Hand Day dokumentiert werden.
Die Mittel dazu sind öffentliche Proteste, Demonstrationen und andere Aktivitäten. Das Symbol der Roten Hand wird überall in der Welt von der Coalition to Stop the Use of Child Soldiers und vielen Organisationen der Zivilgesellschaft benutzt, um NEIN zu sagen zur Rekrutierung und zum Einsatz von Kindersoldaten.
Aktion Volltreffer
„Auf Tore schießen statt auf Menschen“ lautet das Motto der Kampagne. Sport- vor allem Fußball -hilft vielen traumatisierten Kindersoldaten, Lebensfreude und Selbstwertgefühl zurückzugewinnen. Mit Blick auf die Fußball- Weltmeisterschaft 2006 organisieren daher evangelische und katholische Hilfswerke Veranstaltungen. Ihr Ziel ist, eine breite Öffentlichkeit für das Schicksal von Kindersoldaten zu sensibilisieren und wirksame Hilfe zu leisten.
Angesichts der bevorstehenden Weltmeisterschaft in Deutschland kann das Fußballspielen ein verbindendes Element sein, um sich für die Unterstützung der Resozialisation der vielen Kindersoldaten stark zu machen. Träger der Aktion sind Adveniat, Missio und das Missionswerk in.München.
Mit Werkzeug statt Waffe
Luise Radlmeier, eine 68-jährige Dominikaner-Schwester, die vor 50 Jahren von Bayern nach Afrika ausgewanderte managt die Berufsschule von St. Kizito in Githurai, die eine Stunde von Kenias Hauptstadt Nairobi entfernt liegt. Zweieinhalb Jahre haben die Kinder, dann sollen sie fit sein für die Rückkehr in den Südsudan. «Viele haben Angst davor, weil sie dort nichts besitzen - keine Familie, kein Land, kein Vieh», berichtet Radlmeier im Interview. Einige seien so früh von den Soldaten verschleppt worden, dass sie nicht einmal mehr wüssten, wo genau im Sudan ihre Heimat ist.
Die Soldaten von einst lernen in St. Kizito nicht nur Lesen und Schreiben, sondern auch ein Handwerk. «Die Absolventen sind am Ende ihrer Zeit hier qualifizierte Schlosser, Schreiner, Elektriker, Automechaniker oder Schneider», sagt Radlmeier. Mit diesem Abschluss, hofft sie, sollte es möglich sein, einen Job bei einer der Hilfsorganisationen zu finden, die derzeit in den Südsudan drängen.
Luise Radlmeiers einziges Problem ist der Andrang, den sie nicht bewältigen kann. Niemand weiß, wie viele Kinder genau im mehr als 20-jährigen Bürgerkrieg in den Armeen von SPLA und sudanesischer Regierung gekämpft haben. Mehrere Zehntausend waren es auf jeden Fall.
Artikel vom 14.02.2006 (SEC)
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Länderinfo
Demokratische Republik Kongo
Hauptstadt: Kinshasa
Unabängigkeit: seit 30.06.1960
Klima: Äquatorialklima
Amtssprache: Französisch
Größe: 2.344.858 km²
Einwohnerzahl: ca. 60.500.000
Währung: Kongo-Franc (100 Centimes)
Telefonvorwahl: +243
KFZ-Kennzeichen: CGO
Internet-TLD: .cd
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