Kultur » Artikel Berlin, 05.09.2010   


Happy Valley - ein Buch von Meja Mwangi

Meja Mwangi ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Autoren Kenias. Er wurde 1948 geboren in Nanyuki. Seit dem Erfolg des Romans 'Kill me quick' (1973), der mit dem Jomo Kenyatta-Award ausgezeichnet wurde, arbeitet er als freier Schriftsteller. Er hat zahlreiche Literaturpreise in Großbritannien und Kenia erhalten. 1992 wurde sein Kinderbuch 'Kariuki' mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Mit seinem Roman "Happy Valley" legt er ein weiteres im Peter Hammer Verlag veröffentlichtes Buch vor, dass nicht nur Mwangi Fans begeistern wird.

Toma Tomei hat die besten Chancen, Chief seines Clans in Happy Valley zu werden. Doch eines muss zuvor gelingen: Seine Frau Grace muss nach neun Mädchen einen Sohn gebären!

In der Nacht, als Grace ihr zehntes Kind zur Welt bringt, fällt der alte Generator im Busch-Hospital endgültig aus und als die Ereignisse in Finsternis getaucht sind, tritt eine gewisse Verwirrung ein. Nun ist das Baby. das die Krankenschwester dem aufgeregten Vater am nächsten Morgen zeigt, tatsächlich ein Junge - doch ist der Säugling weiß und hat grüne Augen!

Soweit der Klappentext zum Buch. Der Inhalt scheint viel versprechend, nicht wahr?

Und in der Tat wird dem Leser in einer sehr leichten Schreibweise eine Geschichte erzählt, die ihn entführt in eine Welt, die sehr realistisch daher kommt, betrachtet man die sehr schön geschilderten Zustände im Buschkrankenhaus.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch jenen Zauber in der Geschichte, auf den sich der Leser einlassen muss, will er den Gehalt der Ereignisse tatsächlich ergründen, Ereignisse, die sich nur erklären lassen, wenn der Leser aufgeschlossen bleibt, einmal durch die Brille so mancher afrikanischer Zauberei zu blicken.

Wie es am Ende gelingt, dass das leibliche Kind -ein schwarzes Mädchen- zu Grace, die eine sehr kluge Frau ist und die denden Jungen mit den Katzenaugen vor allem Übel zu schützen weiß und wie es außerdem gelingt, dass Toma Tomei trotzdem Chief seines Clans wird, ist eine verzwickte und überaus komische Geschichte. Überzeugend ist die für den Leser sehr bekömmliche leichte Schreibweise, was den Roman zu einem wahren Lesevergnügen macht.

Und wieder einmal sind es in dem gesamten Spiel um Macht (Position als Chief) und Zauberei (Hexer Muti, der zwei Herren dient) doch wieder die Frauen, denen es gelingt, die Situation ganz aus dem Hintergurnd heraus zu regeln. Diese besondere Rolle der Frauen wird vom Autor Meja Mwangi auch in diesem Roman in liebevoller Weise herausgearbeitet.

Artikel vom 11.03.2006 (SEC)


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