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Kondome für Kumpels - love Life Kampagne in Südafrika
In Südafrika sollen jetzt Studenten nach einer Spezialausbildung ihre Altersgenossen über Aids aufklären und den jungen Leuten beibringen, wie man sich vor einer Infektion mit dem HI-Virus schützt. In der Altergruppe der 15- bis 24-jährigen Südafrikaner sind Schätzungen zufolge zehn Prozent HIV-positiv. Nach Angaben des südafrikanischen Gesundheitsministeriums haben sich mehr als fünf Millionen der insgesamt 47 Millionen Südafrikaner mit dem HI-Virus infiziert.
Die ersten 348 Studierenden, die als freiwillige Helfer an der Universität der südafrikanischen Ostprovinz von KwaZulu-Natal zwei Jahre lang auf ihre Arbeit in der Aids-Bekämpfung vorbereitet wurden, sind inzwischen unterwegs. Sie verteilen Kondome und Informationsmaterial, das in Englisch und in Zulu, der in der Region gebräuchlichen Sprache, abgefasst ist, und laden die Kommilitonen zu Informationsveranstaltungen über Aids-Prävention ein. Sie raten ihren Altersgenossen, sich einem Aids-Test zu unterziehen und sich unverzüglich medizinisch versorgen zu lassen, falls er positiv ausfällt.
Zamani Cele beteiligt sich an dieser Aufklärungskampagne. "Wir wollen junge Leute dazu bringen, ihre Einstellung zum Leben zu ändern", sagte sie in einem Gespräch mit IPS. "Wir fordern sie zu Aids-Tests und zur ärztlichen Behandlung auf. Es ist wichtig für unsere Gesellschaft, dass immer mehr Menschen ihren HIV-Status kennen und sich, falls erforderlich, medizinisch betreuen lassen."
Drei Viertel der jungen HIV-Patienten sind Frauen
Die Forschungsabteilung für Reproduktionsmedizin an der Universität von Witwatersrand in Johannesburg und die ebenfalls dort ansässige Nichtregierungsorganisation (NGO) 'loveLife', Südafrikas größte Jugendinitiative gegen Aids, haben 2004 die Studie 'HIV and Sexual Behaviour Among Young South Africans: A National Survey of 15-25 Year Olds' veröffentlicht. Ihr zufolge war der Anteil von Mädchen und jungen Frauen unter HIV-positiven jungen Südafrikanern mit 77 Prozent außerordentlich hoch.
Zwei Drittel der Befragten bezeichneten sich als sexuell aktiv, und von ihnen gaben 52 Prozent an, sie hätten beim letzten Geschlechtsverkehr ein Kondom benutzt.
Die Aufklärungsarbeit unter ihren Mitstudenten an der Universität von KwaZulu-Natal wird den jungen Aktivisten nicht immer leicht gemacht. "Wir müssen den Frauen die Kondome heimlich zustecken. Niemand will dabei beobachtet werden, denn die Leute bringen Kondome mit einem lockeren Lebenswandel in Verbindung", berichtete Mpho Bikitsha, eine Medizinstudentin aus Durban. Doch sie will sich weiter engagieren. "Erst wenn HIV/Aids kein Thema mehr ist, dürfen wir unsere Arbeit aufgeben. Doch das wird dauern, denn es gibt hier immer noch Leute, die nichts davon wissen wollen", betonte sie.
Vorurteile und knappe Mittel
Nicht nur Vorurteile machen den Aids-Aktivisten zu schaffen. Es fehlt auch an Geld. Ntate Chris, der das Aids-Programm der Universität von KwaZulu-Natal leitet, klagte gegenüber IPS: "Wir können das Programm weder ausweiten noch kontrollierend begleiten, denn dazu fehlen uns die Mittel."
Die Universität mit ihren 42.000 Studierenden stellt seiner Anti-Aids-Kampagne jährlich knapp 275.000 US-Dollar zur Verfügung. "Mit der doppelten Summe könnten wir jährlich 500 Studenten zu Aids-Aktivisten ausbilden. Jetzt hoffen wir auf externe Hilfe", sagte Chris.
Die Medizinstudentin Bikitsha erklärte: "Es wird zu einer Katastrophe kommen, wenn wir uns nicht an der Aids-Bekämpfung beteiligen. Immer mehr Menschen infizieren sich mit HIV, der Kreis der Betroffenen wird immer größer." Sie selbst hat drei Familienangehörige durch Aids verloren.
Inzwischen läuft auch an der Universität von Pretoria, der Hauptstadt Südafrikas, ein Ausbildungsprogramm für Studenten, die sich der Anti-Aids-Kampagne für junge Leute als Freiwillige anschließen wollen.
Die Hilfsorganisation 'loveLife' hält es für besonders wichtig, dass die Risikogruppe der jungen Südafrikaner von Altersgenossen über die HIV/Aids-Prävention aufgeklärt wird. "Deren Ratschläge und Hilfe nehmen sie eher an", betont die NGO.
In einer weiteren, landesweiten Kampagne, dem 'groundBREAKER'-Programm, bildet sie ein Jahr lang junge Arbeitslose im Alter von 18 bis 25 zu Aids-Aktivisten aus, die mit Teenagern arbeiten sollen. Dabei geht es auch um Geschlechtskrankheiten und Schwangerschaftsverhütung.
"Wenn sie aus der Schule kommen und keine Arbeit finden, sind junge Menschen besonders gefährdet. In unserem 'groundBREAKER'-Programm werden sie erst einmal gefordert. Sie entwickeln Selbstbewusstsein, bekommen eine neue Einstellung zu ihrer Gesundheit und erwerben bei uns Fachkenntnisse, mit deren Hilfe sie sich eine bessere Zukunft aufbauen können", beschreibt loveLife die Ziele des Programms.(ips)
Artikel vom 04.08.2006 (Moyiga Nduru)
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Unbenanntes Dokument
Länderinfo
Republik Südafrika
Hauptstadt: Pretoria
Unabängigkeit: seit 31.05.1910
Klima: subtropisch bis mediterran
Amtssprache: Afrikaans, Englisch, etc.
Größe: 1.219.912 km²
Einwohnerzahl: ca. 47.000.000
Währung: Rand (100 Cent)
Telefonvorwahl: +27
KFZ-Kennzeichen: ZA
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