Politik » Artikel Berlin, 05.02.2012   


Präsident Abdoulaye Wade gedenkt der Folgen der Berliner Afrika Konferenz

Im Rahmen seines Staatsbesuchs in Deutschland hat der senegalesische Präsident Abdoulaye Wade am 06.9.2006 um 10:30 Uhr die Gedenktafel zur Erinnerung an die Berliner Afrika Konferenz an der Wilhemstr.92 (ehemalige Reichskanzlei) besucht. Die Berliner Konferenz, die vom November1884 bis Februar 1885 stattfand, und bei der sich die Kolonialmächte Afrika wie ein Stück Kuchen aufgeteilt haben, bestimmte das staatsbildende Schicksal Afrikas.

Der senegalesische Präsident ist der erste Staatschef überhaupt und der erste afrikanische Staatschef, der diesen für die Weltgeschichte so symbolträchtigen Ort besucht.

Nach einer vertraulichen Information eines Mitarbeiters der senegalesischen Botschaft, der nicht benannt möchte, haben sowohl der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit als auch andere deutsche Offizielle und Honoratioren sich verweigert, dem Präsident bei diesem Besuch zu begleiten. „Warum will der Präsident überhaupt diese Stelle besuchen“ war die Frage, die hinter vorgehaltener Hand gestellt wurde.

Die Gedenktafel konnte durch Privatinitiativen realisiert werden und wurde vor 2 Jahren eingeweiht. Während der WM-Fußballmeisterschaft wurde der Gedenktafel -vermutlich von Neonazis- sehr schwer beschädigt. Die Öffentlichkeit wurde leider darüber nicht informiert, um das Image von Deutschland während der WM nicht zu beschädigen. Sogar die Initiatoren der Gedenkstelle haben aus Rücksicht darüber geschwiegen.

Die afrikanische Gemeinde in Berlin, die am Ort präsent war, hat von Präsident Wade erwartet, dass er ganz klar und deutlich die Errichtung eines Denkmales für die Opfer der Kolonialherrschaft von der Bundesregierung Deutschland fordert, wie dies auch schon von Professor Kapet de Bana , Koordinator des Weltrats der panafrikanischen Diaspora verlangt wurde.

Die Frage des Denkmals für die afrikanischen Opfer der Sklaverei und Kolonialismus bleibt nach wie vor eine der Hauptforderungen der afrikanischen Community in Berlin und in Deutschland. Es gehört zur Aufarbeitung deutscher Geschichte auch dazu, die Kolonialgeschichte Deutschlands als einen Teil historischer Verantwortlichkeit anzuerkennen und in die Analyse zu integrieren.

Moctar Kamara
Beauftragter des Weltrats der panafrikanischen Diaspora in Deutschland

Telefon
0172-1797958

Artikel vom 06.09.2006 (PM/SEC)

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