Vermischtes » Artikel Berlin, 07.09.2010   


Unfreiwilliges Coming out – Presse schürt Homophobie

Die internationale Menschenrechtsorganisation 'Human Rights Watch' (HRW) hat scharfe Kritik an einer ugandischen Tageszeitung geübt, die Namen angeblicher Homosexueller veröffentlicht hat. In dem ostafrikanischen Land kann 'Unzucht' mit einer lebenslangen Haftstrafe geahndet werden.

Am 8. August dieses Jahres publizierte die Tageszeitung 'Red Pepper' die Vornamen von 45 Schwulen zusammen mit persönlichen Angaben etwa zum Arbeitsplatz. Eine Namensliste lesbischer Frauen soll nach Angaben des Boulevardsblatts bald folgen. In der Vergangenheit führten solche Veröffentlichungen zu Polizeiaktionen. Im Jahr 2002 schmückten Schlagzeilen und Fotografien über eine Frauenhochzeit die Titelseiten. Daraufhin wurden die beiden vermählten Lesben von der Polizei in Kampala festgenommen. Auch die jetzt betroffenen Männer sind Drohungen und Schikanen ausgesetzt.

Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind in Uganda verboten. Sie werden durch ein Unzucht-Gesetz geahndet, das noch aus der britischen Kolonialzeit stammt. Paragraph 140 des ugandischen Strafgesetzbuches setzt für "widernatürliche Unzucht" als Höchststrafe lebenslange Haft fest. Allein der Versuch der Unzucht kann mit sieben Jahren Haft bestraft werden.

Verfassung verbietet Homo-Ehe

Seit zwei Jahren sind lesbische und schwule Gemeinschaften in Uganda staatlichen Diskriminierungen und Verfolgungen ausgesetzt. Im Oktober 2004 wurde eine Schwulenorganisation an der Makerere-Universität in der ugandischen Hauptsstadt Kampala von der Polizei massiv unter Druck gesetzt. Staatliche Medien fordern seit langem, dass die Regierung von Staatpräsident Yoweri Museveni härter gegen Homosexuelle vorgehen soll. Im September 2005 unterzeichnete Museveni eine Verfassungsänderung, die Hochzeiten zwischen Schwulen verbietet.

Zudem belegten die ugandischen Behörden einen Radiosender mit einer Geldstrafe von mehr als 1.000 US-Dollar. Er hatte eine Lesbe und zwei Schwule als Gäste zu einer Talkshow eingeladen. Auch das Theaterstück "Der Vagina-Monolog" von der US-amerikanischen Autorin Eve Ensler wurde verboten, "weil es unnatürliche sexuelle Handlungen, Homosexualität und Prostitution fördert".

HRW kritisiert, dass die staatlichen HIV/Aids- Programme nur auf sexuelle Abstinenz bei Heterosexuellen setzen und die Gruppe der Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen ignorieren. Bei der Vorstellung von Präventionsmaßnahmen im März 2002 war die Begründung Musevenis ganz einfach: "Wir haben keine Homosexuellen in Uganda."

Die HIV/Aidsrate in Uganda ist von 30 Prozent im Jahr 1992 auf sieben Prozent im Jahr 2005 gesunken.

Artikel vom 28.10.2006 (ips)


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Hauptstadt: Kampala
Unabängigkeit: seit 09.10.1962
Klima: tropisches Hochlandklima
Amtssprache: Englisch, Suaheli, Luganda
Größe: 236.860 km²
Einwohnerzahl: ca. 29.000.000
Währung: Uganda-Schilling (100 Cents)
Telefonvorwahl: +256
KFZ-Kennzeichen: EAU
Internet-TLD: .ug
 
 
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