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Harte Zeiten für Rentner - Fond kann nicht auszahlen
In Sambia entwickelt sich der wohlverdiente Ruhestand für Tausende ehemaliger Staatsbediensteter zum Überlebenskampf. Weil die staatliche Rentenkasse an finanzieller Auszehrung leidet, warten viele Senioren vergeblich auf die Auszahlung ihrer Rente.
Die Rente des 67-jährigen Subulwa Nawa aus dem Dorf Nayanga in der Westprovinz ist seit vier Jahren überfällig. Von einem Teil seines Ruhegeldes würde sich der ehemalige Gerichtsbote gern Netze und Boote kaufen, um sein eigenes Fischereiunternehmen zu starten. "Solange ich aber nicht weiß, wann ich mein Geld bekomme, kann ich nicht planen", sagt er.
Ähnlich geht es auch dem 58-jährigen Mutukwa Sililo, einem pensionierten Polizeioffizier, der ebenfalls in der Westprovinz zu Hause ist. "Jedes Mal, wenn ich zur Rentenausgabestelle gehe, sagen sie mir, ich solle morgen wiederkommen", berichtet der Mann, der seit Tagen bei der Renten- und Pensionskasse PSPF in der sambischen Hauptstadt Lusaka vorspricht und nachts auf dem Bahnhofsgelände schläft. "Aus mir ist ein Bettler geworden."
Für den finanziellen Notstand macht die PSPF die Regierung verantwortlich, die sich zwischen 1974 und 1991 große Beträge zu niedrigen Zinsen und mit langer Laufzeit geliehen hat. "Die Anleihen wurden so angelegt, dass vor allem der Staat profitierte", meint dazu PSPF-Sprecher Mwenya Mwape. Für den Rentenfonds seien sie ein Verlustgeschäft gewesen.
Reformen gefordert
Problematisch für die PSPF sind auch die vielen Frührentner. Offiziell beginnt das Rentenalter in Sambia mit 55 Jahren, doch seit einem staatlichen, mit Spendengeldern unterstützten Reformprogramm von 1999 sind auch frühere Verrentungen möglich. Ziel ist es, den öffentlichen Dienst schneller umzustrukturieren.
"Bisher haben die Arbeitgeber vor allem Pauschalrenten ausgezahlt, aber kein Geld für monatliche Renten ausgegeben. Die PSPF muss für Frührentner viel länger zahlen, und das übersteigt ihre Kapazität", erläutert Mwenya. Immer weniger zahlten überhaupt in die Kasse ein: Bei einer steigenden Zahl von Rentnern wird dies zu einem immer größeren Problem.
Seit 2000 darf die PSPF per Gesetz keine neuen Mitglieder mehr aufnehmen. Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sollen ihre Beiträge jetzt in die 'National Pension Scheme Authority' einzahlen. Ziel ist es, das Rentensystem zu vereinheitlichen. Diejenigen, die noch vom PSPF abhängen, haben das Nachsehen.
Auch kommt die Regierung mit zugesicherten Zahlungen an die PSPF nicht nach. Laut Mwenya fehlten der Organisation bis September dieses Jahres rund 108 Millionen US-Dollar. Der PSPF-Sprecher fordert deshalb eine grundlegende Reform der Organisation und die umgehende Zahlung aller Schulden an die PSPF.
Rente dank Kontakten
Sambias Finanzminister Ngandu Magande erkennt das Problem wohl an, drängt Staatsbedienstete aber dazu, sich nicht allein auf die PSPF zu verlassen und andere Rentenfinanzierungswege zu suchen. Doch die wenigsten der Betroffenen wissen, wie sie ihre Rente sichern können. Im Rahmen eines Regierungsprogramms sollen angehende Rentner nun beraten werden, wie sie anderweitig Geld verdienen können.
Selbst jene, die Zahlungen erhalten, sind vor Problemen nicht gefeit. Das kann der 67-jährige Kashiwa Chisanga bestätigen. 1989 musste er seine Arbeit beim landwirtschaftlichen Sambischen Nationaldienst ZNS aus gesundheitlichen Gründen beenden. Heute ist er Kleinbauer. Er bekam seine Pauschalrente zunächst, weil er jemanden im Finanzministerium kannte, wie er betont. Dass er seit November 2005 kein Geld mehr erhält, liegt daran, dass im bürokratischen Wirrwarr seine Ummeldung untergegangen ist. Chisanga ist nämlich nach Kapiri Mposchi, rund 200 Kilometer von Lusaka entfernt, umgezogen.
Um die Lage zu klären, ist Chisanga in die Hauptstadt gereist. Dort wartet er bis heute auf die Klärung seiner Verhältnisse. "Viele haben sich schon über das Rentendesaster beschwert, aber die Behörden unternehmen offenbar nichts", sagt der Mann, der zehn Waisen durchbringen muss. "Ich wurde vom Staat verlassen."
(ips)
Artikel vom 03.01.2007 (Nkosi Ngwenyama)
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Unbenanntes Dokument
Länderinfo
Republik Sambia
Hauptstadt: Lusaka
Unabängigkeit: seit 24.10.1964
Klima: tropisch
Amtssprache: Englisch
Größe: 752.614 km²
Einwohnerzahl: ca. 11.000.000
Währung: Kwacha (100 Ngwee)
Telefonvorwahl: +260
KFZ-Kennzeichen: Z
Internet-TLD: .zm
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