Politik » Artikel Berlin, 05.02.2012   


Black Austria - Kommunikationskampagne gestartet

Mit einer Pressekonferenz stellten der Verein zur Förderung interkultureller Medienarbeit (M Media) und AFRA, eine Non-Profit Selbst- Organisation von schwarzen Frauen, beide mit Sitz in Wien, ihr Projekt einer Kommunikationskampagne zum Abbau von Vorurteilen gegenüber in Österreich lebenden schwarzen Menschen vor. Damit gelingt den Initiatoren ein respektabler Ansatz im Umgang mit diesem sensiblen Thema.

In Österreich lebende schwarze Menschen sind nach wie vor mit erheblichen Problemen konfrontiert. Problemen, die in erster Linie durch Vorurteile entstehen.

Nährboden von Vorurteilen und Diskriminierung ist Unwissenheit. So ist weitgehend unbekannt, dass 75 % der in Wien lebenden AfrikanerInnen Matura und 33 % einen Universitätsabschluss haben*. Im Vergleich zur lokalen Bevölkerung – 8 % AkademikerInnenanteil** – ist dies ein weit
überdurchschnittlicher Bildungsgrad.

Viele der in Österreich lebenden schwarzen Menschen sind somit als Intellektuelle, KünstlerInnen und UnternehmerInnen eine wichtige Säule der Gesellschaft.

Aus diesem Grund beschlossen M-Media und AFRA sowie einige Kreative, eine Kommunikationskampagne zu lancieren, die einen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen leistet.

Die Umsetzung

In 5 Anzeigen- und 3 Plakat-Sujets werden schwarze Menschen, die in Österreich leben und als Radio-Moderatorin, Musiker, Filmemacher, Tagesmutter und Studentin tätig sind, porträtiert und in Kontrast zu bestehenden Vorurteilengesetzt:

Die Headline bedient jeweils ein gängiges Klischee, erlangt jedoch durch den Beruf der abgebildeten Person eine andere, nämlich positive Bedeutung

Beispiel: Ein junger Mann sagt „Ich dreh ständig ein Ding“ – klar, er ist nämlich Filmemacher. Dadurch entsteht ein Aha-Effekt, der die Erinnerung und damit die Wirkung der Sujets stützt. Ebenso der Ausspruch der Studentin Belinda, die in 2. Generation in Österreich lebnt: "Deutsch lernen hab ich nicht nötig".

Die Sujets werden osterreichweit publiziert, eine HF-, TV- bzw. Kino-Kampagne ist in Planung.

Das Ziel

Ziel ist es letztlich, dass Menschen nicht aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert oder gar kriminalisiert werden. Darüber hinaus soll die Kampagne die in Österreich lebenden schwarzen Menschen unterstützen, sich aus der Opfer und Täterrolle herauszubewegen.

"Wenn diese Kampagne nur einen kleinen Beitrag zu mehr Offenheit im Umgang miteinander leistet, hat sich der Aufwand gelohnt.", so formulieren die Initiatoren das Minimalziel ihres Bemühens.

Die Realisierung dieser Kampagne war nur durch die unentgeltliche Arbeit aller Beteiligten möglich. Dank geht an Sponsoren und Medien für die Unterstützung der Produktion bzw. der Schaltung der Anzeigen und Plakate. Ein besonderer Dank geht an die abgebildeten Personen, die dieser Kampagne Berechtigung, Authentizität und Glaubwürdigkeit verleihen. Da es sich nicht um Models, sondern um „real people“ handelt, ist die Namensnennung aus Gründen des Datenschutzes nicht möglich.



--
*Datenmaterial aus Studien von Dr. Erwin Ebermann (2006) und Dr. Chukwubuike Walter Ajaegbu, (2000)

Artikel vom 11.01.2007 (PM/SEC)


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