Vermischtes » Artikel Berlin, 05.02.2012   


Deutsch-südafrikanische Zusammenarbeit zur Fußball-WM 2010 gestartet

Südafrika bereitet sich auf die Fußballweltmeisterschaft 2010 vor. Im Januar 2007 kamen Vertreter aus den WM-Städten 2006 im Alten Bonner Rathaus zum Auftakt des InWEnt-Projektes "Kompetenz und Stärkung kommunaler Zusammenarbeit und Entwicklung“ zusammen. Ziel ist, die südafrikanischen Austragungsorte bei der Vorbereitung der Fußball-WM 2010 zu unterstützen.

Die InWEnt-Servicestelle Kommunen in der Einen Welt berät und vernetzt deutsche und südafrikanische Städte, um kommunale WM-Partnerschaften auf den Weg zu bringen. Eine entwicklungspolitische Öffentlichkeits- und Bildungskampagne in Deutschland begleitet diese Zusammenarbeit. Sie soll die Öffentlichkeit auf die erste afrikanische Fußball-WM einstimmen und überdies Neugier wecken für den Kontinent.

Der Botschafter Südafrikas, S.E. Moses Mabokela Chikane, nutzte die Gelegenheit, um die wichtige Rolle der WM für die weitere Entwicklung seines Landes und des afrikanischen Kontinents zu unterstreichen: “We want to show and give the world more hope and growing confidence in South Africa. We will show a different face of the African continent.” Peter Finger, Bürgermeister der Stadt Bonn, sicherte die Unterstützung bei der Öffentlichkeitskampagne zu.

Die besondere Rolle der Kommunen für Organisation und Gestaltung einer WM machte Ramin Soufiani von InWEnt in der Projektvorstellung deutlich. Der Koordinator des Projekts in Deutschland erläuterte, dass gerade die Gastgeberstädte (Host Cities) sehr viel leisten müssen:

“Ein Großteil der mit der WM zusammenhängenden Aufgaben muss durch die Austragungsorte erledigt werden. Die WM hängt somit entscheidend von den kommunalen Kompetenzen ab. Auch in Deutschland waren die Städte durch ihre hervorragende Arbeit maßgeblich am Erfolg der WM beteiligt. Unsere Erfahrungen könnten in der WM-Vorbereitung für 2010 viele Schwierigkeiten aus dem Weg räumen und die südafrikanischen Partner dabei unterstützen, ihre eigenen Lösungen für Herausforderungen und Probleme zu finden.“

Unterstützung aus Deutschland ist in vielen kommunalen Handlungsfeldern willkommen, wie der Auftakt-Workshop für die Host Cities im November 2006 in Südafrika zeigte.

In Bonn loteten die Vertreter der deutschen WM-Städte Kooperationen aus und sprachen über Kurzzeiteinsätze und Seminare. Sie sehen auch Chancen für eine Erweiterung von Kompetenzen und die Stärkung des internationalen Profils ihrer Städte. Bestehende Verbindungen und Partnerschaften zwischen Deutschland und Südafrika sollen genutzt werden.

Themen der Zusammenarbeit

Gefragt ist eine Zusammenarbeit in ganz unterschiedlichen kommunalen Handlungsfeldern, zum Beispiel: öffentlicher Transport, Logistik und Infrastruktur, Sicherheit, Gesundheit, Umwelt, Wasser, Energie und Abfall sowie Stadtmarketing und Tourismus. Die konkreten Themen und Anforderungen werden die beteiligten Partner gemeinsam festlegen und an den Bedürfnissen in Südafrika ausrichten.

Damit reichen die Themen der Zusammenarbeit von Vertragsfragen, Netzwerkbildung, Projektmanagement und Logistik bis hin zu Public Viewing und WM-Volunteers. Die WM-Städte machten deutlich, wie unerwartet groß die Herausforderungen für sie gewesen seien und dass sie die gewonnenen Erfahrungen gerne und “ohne eigene kommerzielle Interessen“ an ihre Kollegen in Südafrika weitergeben wollen.

Michael Gräf von InWEnt, künftiger Ansprechpartner des Projekts in Südafrika, wird in den nächsten Wochen gemeinsam mit den Host Cities konkrete Anforderungen und Themen für die Zusammenarbeit identifizieren.

Botschafter Chikane lobte das Vorhaben, durch das die bereits bestehende Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Südafrika nachhaltig ausgebaut werden könne:

“We are not only working for 2010, 2010 will only be a milestone for a solid relationship”.

Die konkreten inhaltlichen Zielstellungen sind:

-zu einem erfolgreichen Ablauf der WM 2010 beitragen
-Entwicklung und Armutsbekämpfung in Südafrika über 2010 hinaus befördern
-längerfristige Partnerschaften zwischen deutschen und südafrikanischen Städten initiieren
-entwicklungspolitische Bildungsinhalte vermitteln

Austragungsorte

Die FIFA hat für die WM 2010 neun Städte und zehn Stadien als Austragungsorte festgelegt: Johannesburg (zwei Stadien), Kapstadt, Port Elizabeth, Durban, Nelspruit, Pretoria, Bloemfontain, Rustenburg und Polokwane.

Die Förderung

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Es ist Bestandteil der deutsch-südafrikanischen Regierungsvereinbarungen im Kontext der WM 2010. Kooperationspartner sind bislang das Auswärtige Amt, der Deutsche Fußball-Bund (DFB), die South African Local Government Association (SALGA), die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM).



InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH steht für Personal- und Organisationsentwicklung in der internationalen Zusammenarbeit. Die Angebote der Gesellschaft richten sich an Fach- und Führungskräfte und an Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. InWEnt arbeitet gleichermaßen mit Partnern in Entwicklungs-, Transformations- und Industrieländern und erreicht jährlich rund 55.000 Personen.

Ansprechpartner

Ramin Soufiani
Servicestelle Kommunen in der Einen Welt
InWEnt gGmbH
Fon +49 228 4460-1763
Fax +49 228 4460-1601
Ramin.Soufiani@inwent.org

Artikel vom 26.01.2007 (SEC)


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