Wirtschaft » Artikel Berlin, 07.09.2010   


Energiepartnerschaft Europa - Afrika

Afrika verfügt über umfangreiche fossile und erneuerbare Energieressourcen. Die Herausforderung besteht darin, diese Ressourcen zum Vorteil der gesamten Bevölkerung zu nutzen. Dies ist der Grund, warum die EU Ansätze für eine entwicklungsorientierte Nutzung der Öl- und Gasreserven unterstützt.

Um den Kampf gegen die Armut in Afrika gewinnen zu können, muss die Energie-Armut beseitigt werden, sagte Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul auf dem derzeit in Berlin stattfindenden Afrika-Europa Energieforum.

Den Menschen in den Entwicklungsländern – allen voran den afrikanischen – Zugang zu Energie zu verschaffen, ist eine wichtige Voraussetzung zur Erreichung der UN-Millenniumsentwicklungsziele, die bis 2015 erreicht werden sollen.

Wieczorek-Zeul: "Ohne Energie ist keine nachhaltige Entwicklung möglich."

Rund die Hälfte der afrikanischen Bevölkerung lebt in absoluter Armut, 70 Prozent sind auf traditionelle Biomasse als einzige Energieform angewiesen. Es gilt, die afrikanischen Länder dabei zu unterstützen, ihren großen Energiebedarf zu decken, um ihnen wirtschaftliches Wachstum zu ermöglichen.

Dabei sollen vor allem erneuerbare Energien gefördert werden, um negative Auswirkungen auf das Klima möglichst zu vermeiden und um die Abhängigkeit der afrikanischen Volkswirtschaften von teurem Öl zu verringern.

Die Bundesregierung fördert in Afrika zurzeit Energie-Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von 386 Millionen Euro. Das Afrika-Europa Energieforum ist ein wichtiger Schritt zur Bildung einer Partnerschaft, die der Verbesserung der Energiesicherheit sowie der Bekämpfung der Armut und des Klimawandels dient.

Ministerin Wieczorek-Zeul kündigte an, die Doppelpräsidentschaft zu nutzen, um eine nachhaltige Energiepolitik in den Ländern Afrikas stärker zu fördern: "Eine langfristige Energiepartnerschaft ist für Afrika und Europa in beiderseitigem Interesse."

Ein Beispiel für die entwicklungsorientierte Nutzung der Öl- und Gasreservenist die Extractive Industries Transparency Initiative (EITI). Zusätzlich sind substantielle Investitionen zur Verbesserung der Energieinfrastruktur dringend notwendig – ein Ziel, auf das wir zusammen mit unseren afrikanischen Partnern hinarbeiten.

Africa-Europe Energy Forum im März

Die beschleunigte Nutzung lokaler erneuerbarer Energienressourcen und die Steigerung der Energieeffizienz sind viel versprechende Ansätze für Afrikas Entwicklung und für eine Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika.

Energie ist zum zentralen Thema auf der politischen Agenda Afrikas geworden und auch in Europa haben Fragen der Energiesicherheit höchste Priorität erlangt. Die Kombination aus steigenden Ölpreisen und Befürchtungen über künftige Ressourcenengpässe sowie eine erhöhte Sensibilität für die Klimaproblematik und der Notwendigkeit eines diversifizierten Energiemixes haben hierzu maßgeblich beigetragen.

Vor diesem Hintergrund wird offensichtlich, dass Afrika und Europa gemeinsame Interessen im Energiebereich verfolgen. Gemeinsam können wir einen Pfad einschlagen, der zu einer verlässlichen, sicheren und nachhaltigen Energieversorgung für alle führt – einen Pfad zu einem stabilen wirtschaftlichen Wachstum und einer kontinuierlichen Armutsminderung.

Somit bildet Energie einen wichtigen Baustein in einem erweiterten europäisch-afrikanischen Dialog. Dieser führt uns zu dem Africa-Europe Energy Forum im März in Berlin, das im Rahmen der EU Energieinitiative (EUEI) veranstaltet wird. Dieses Forum ist ein wichtiger Schritt in unseren Bemühungen, eine umfassende Partnerschaft zu gestalten, die darauf ausgerichtet ist, die Energiesicherheit zu verbessern, dem Klimawandel und seinen negativen Auswirkungen entgegen zu wirken und auf diese Weise eine bessere Welt zu schaffen. Um dieses gemeinsame Ziel zu erreichen, bedarf es mehr als die Verfolgung vereinzelter Maßnahmen und isolierter Aktivitäten.

Artikel vom 07.03.2007 (BMZ)


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