|
|
|
Kultur » Artikel
|
Berlin, 07.09.2010 |
FESPACO 2007 - Nigerianischer Film „Ezra“ erhält Hauptpreis
Das FESPACO ist die größte Filmveranstaltung Afrikas und eine der wichtigsten Plattformen für das afrikanische Kino überhaupt. In der diesjährigen Edition wurden über 200 Filme gezeigt, darunter zahlreiche Weltpremieren aber auch Filme wie der Oscar-gekrönte "The Last King of Scottland" mit Forrest Withaker.
Der Film „Ezra“ des nigerianischen Regisseurs Newton Aduaka hat [am 02.03.07] den Hauptpreis des 20. panafrikanischen Kino- und Fernsehfestivals FESPACO in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, erhalten.
Zu den besonderen Highlights des Festivals gehörten "The Juju Factory" von Balufu Bakupa-Kanyinda aus dem Kongo, sowie der auch in Europa vieldiskutierte "Bamako" von Abderrahmane Sissako.
Beide Filme können auch stellvertretend für die zwei großen Bewegungen im afrikanischen Kino gesehen werden. "The Juju Factory" versucht bewusst eine vermeintlich "unafrikanische" Geschichte zu erzählen. Bewusst wird auf exotische Elemente und folkloristische Bilder verzichtet, und damit aufgezeigt, dass auch Afrika einen innovativen und vollwärtigen Beitrag zur Entwicklung einer internationalisierten Filmsprache leisten kann. "Bamako" reiht sich dagegen eher in die Tradition des politisch engagierten Films ein, der in einer Mischung aus Zorn und Gesellschaftskritik das afrikanische Kino, abseits der Video-Massenproduktion im nigerianischen "Nollywood" über jahrzehnte beherrschte.
"Bamako" ist die Geschichte eines fiktiven Tribunals, indem Afrika nach den Schuldigen für die dramatische Situation des Kontinents sucht. Dabei verfällt der Film allerdings gerne den altbekannten Klischees, vom armen Afrika und den bösen Kolonisatoren.
Nun mag es, gerade in Westafrika, durchaus legitim sein, die Wurzeln für die problematische Situation zahlreicher Länder, in der kolonialen Vergangenheit des gesamten Gebiets zu suchen, aber, so die Kritiker des Films, es bringt einen lösungsorientierten Dialog über diese Situation nicht weiter.
"Bamako" wird auf zahlreichen Festivals in ganz Europa zu sehen sein, weil der Film all das enthaltet, was man vom afrikanischen Kino erwartet: Exotismus, Armut und Zorn. Viele afrikanische Filmemacher sehen dies aber als einen Schritt in die falsche Richtung, weil er mit seiner Darstellung der uneingeschränkten Opferrolle Afrikas sowohl inhaltlich als auch ästhetisch ein falsches Zeichen setzt. "Der Film", so ein Regisseur, "will uns glauben machen, im afrikanischen Kino sei sein 1968, seit 'Mandabi' von Ousmane Sembene, dem ersten großen afrikanischen Film, nichts relevantes mehr passiert."
In den letzten Jahren hat sich das afrikanische Kino durch Filme wie "Addangaman" (2001) vom ivorischen Regisseur Roger Gnoan M'bala oder "Tasuma" (2005) von Daniel Kollo Sanou aus Burkina Faso, die sich mit der afrikanischen Vergangenheit differenzierter auseinandersetzten und auf ein zementiertes Täter/Opfer-Modell verzichteten, von diesen alten Erklärungsmustern befreit und schaffte erreicht ohne klischeebeladene "Afrika-Romantik" weltweite Aufmerksamkeit.
"Der neue afrikanische Film muss versuchen auch ohne 'Dritte Welt Kitsch' zu bestehen," so der Filmemacher Jean-Marie Teno aus Kamerun, schließlich sei es ist kein ungeschriebenes Gesetz, dass in einem afrikanischen Film notwendiger Weise Elefanten vorkommen müssen. Es gäbe ja auch französische Filme ohne den Eifelturm. Eine ähnlich Ansicht vertrat auch der ivorianische Regisseur Henri Duparc, der sich für einen der erfolgreichsten afrikanischen Filme überhaupt, "Pal Poussière" (1988), verantwortlich zeichnete. Duparc, der im April 2006 starb, widmete das FESPACO eine Hommage und erinnerte an seinen Kampf für ein afrikanisches Kino, dass nicht nur aus klischeehaften Vorstellungen von Afrika besteht.
(veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Stol.it)
Artikel vom 09.03.2007 (Joachim Leitner für STOL.it)
weiterführende Links:
|
|
|
|
Unbenanntes Dokument
Länderinfo
Bundesrepublik Nigeria
Hauptstadt: Abuja
Unabängigkeit: seit 01.10.1960
Klima: tropisch bis trocken und heiß
Amtssprache: Englisch
Größe: 923.768 km²
Einwohnerzahl: ca. 140.000.000
Währung: Naira (100 Kobo)
Telefonvorwahl: +234
KFZ-Kennzeichen: WAN
Internet-TLD: .ng
Presse
Standard: Madrid und Rabat legen Streit um Exklave Melilla bei +++
taz: Al-Qaida im Maghreb - Spanische Geiseln freigelassen +++
taz: Vergewaltigungen stellen Uno bloß +++
KStA: Balafon und Trompete +++
SZ: Der "endgültige Krieg" in Mogadischu +++
mehr...




Termine
14.09.2010 in Mainz
Podiumsdiskussion „DESERTEC – Wüstenstrom für alle?“
14.09.2010 in Berlin
Die Finanztransaktionssteuer: Ursachen der Krise bekämpfen - Verursacher an den Kosten beteiligen!
15.09.2010 in Bonn
Wandel der Frauenrollen in Tansania
mehr... |