Wirtschaft » Artikel Berlin, 05.09.2010   


Pilotprojekt gegen Wüstenbildung in Burkina Faso erfolgreich

Der kleine Ort Guié im Herzen Burkina Fasos hat im Kampf gegen die fortschreitende Wüstenbildung beachtliche Erfolge erzielt. Dank eines vor zehn Jahren angelaufenen Pilotprojektes konnte der Boden wieder fruchtbar gemacht werden.

Vor rund hundert Jahren war das gesamte Gebiet um Guié mit Wald bedeckt. "Damals war der Boden noch produktiv, laugte dann aber immer weiter aus, bis sich die Bauern gezwungen sahen, ihre Felder aufzugeben", berichtet die französische Organisation 'SOS Enfants', einer Partnerorganisation der 'Association Zoramb Naagtaba' (AZN), die das Guié-Programm durchführt.

Jahre der Dürre hinterließen ihre Spuren, das Gebiet verödete. "Der Boden wurde steinhart und konnte das Regenwasser nicht mehr absorbieren. Das war der Beginn der schleichenden Wüstenbildung ", so SOS Enfants. 1991 beschloss AZN, mit einem Pilotprojekt der Landverödung in Guié zu Leibe zu rücken. Die Organisation ist in den Bereichen Dorfentwicklung, Bildung und Agrarwirtschaft aktiv. (IPS)

Um das Regenwasser stauen zu können, errichteten die Dorfbewohner im Rahmen des Programms kleine Erdwälle. Auch legten sie Vegetationsstreifen und Baumreihen zum Schutz vor Winderosion und als Bezugsquelle für Feuerholz und Viehfutter an. In der Trockenzeit wird der Boden mit Stroh bedeckt, "um die Feuchtigkeit bis zur Bepflanzung im Erdreich zu halten", wie SOS erklärt. 30 bis 50 Zentimeter tiefe Pflanzlöcher werden mit Kompost und Mist angereichert.

Dank dieser Technik lässt sich der Boden meist schon in der folgenden Saison wieder landwirtschaftlich nutzen. Pflanzen sprießen aus dem Boden – ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Zeit reif ist, um zum Ackerbau zurückzukehren. Tatsächlich bauen die Substistenzbauern dort wieder Getreide und Gemüse an und betreiben Viehzucht.

Technik aus der Normandie

"Das Pilotprojekt in Guié zeigt, dass eine großflächige Heckenbepflanzung das Fortschreiten der Wüstenbildung stoppen kann", erklärt SOS-Enfants. Diese Technik wurde früher auch in der Normandie im Norden Frankreichs angewandt.

Die Erfolge des AZN-Projektes riefen die Bauern der benachbarten Dörfer auf den Plan. Sie nahmen an Schulungen der Organisation teil und bearbeiten mittlerweile ihre Felder nach dem gleichen Prinzip. Bis 2006 wurden 130 Hektar Land nach diesem kostengünstigen Verfahren bearbeitet.

Der landwirtschaftliche Sektor spielt eine wesentliche Rolle in Burkina Faso. Mehr als 85 Prozent der Bevölkerung leben von Ackerbau und Viehzucht. Agrarerzeugnisse machen nach offiziellen Angaben fast 70 Prozent der burkinischen Exporte aus.

Die Wüstenbildung stellt für Burkina Faso eine Bedrohung dar. Nach Angaben des Aktionsplans gegen die Desertifikation (PANLCD) wird jedes Jahr eine Fläche von fast 75.000 Hektar für die Landwirtschaft gerodet. Zudem leidet das westafrikanische Land unter einem Rückgang der Niederschläge, endemischen Dürren, der Zerstörung der Pflanzendecke, extensiver Bodenerosion und einem rapiden Bevölkerungswachstum.

Artikel vom 16.04.2007 (Michée Boko)


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Burkina Faso



Hauptstadt: Ouagadougou
Unabängigkeit: seit 05.08.1960
Klima: subtropisches Klima bis Trockensavanne
Amtssprache: Französisch
Größe: 274.200 km²
Einwohnerzahl: ca. 13.500.000
Währung: CFA-Franc (100 Centimes)
Telefonvorwahl: +226
KFZ-Kennzeichen: BF
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