Wirtschaft » Artikel Berlin, 05.09.2010   


Kokelnde Müllberge bald Vergangenheit in Marokko

Seit Jahresbeginn hat Marokko landesweit ein modernes Abfallgesetz - Grundlage für eine geordnete Abfallwirtschaft. „Jetzt sind wir dabei, die Paragraphen mit Leben zu füllen“, sagt Mohamed El-Khawad, Leiter des deutsch-marokkanischen Umweltprogramms - einem Kooperationsvorhaben der GTZ mit der KfW-Entwicklungsbank, finanziert durch das Bundesentwicklungsminsterium (BMZ).

“Wilde Mülldeponien und rauchende Abfallberge gehören wohl bald der Vergangenheit an“, freut sich El Khawad.

Insgesamt will Marokko in den nächsten 15 Jahren rund 3,7 Milliarden Euro in eine moderne Abfallwirtschaft investieren. Die wilden Mülldeponien sollen in den nächsten zehn Jahren verschwinden. Neue Deponien mit europäischen Umwelt- und Sicherheitsstandards dagegen entstehen. Spätestens in zwei Jahren können dann etwa 40 Prozent der städtischen Abfälle dort entsorgt werden. In der Arbeitsgruppe Deponie geben Ingenieure und Deponieverantwortliche aus den Pilotanlagen ihr Wissen an die Kollegen aus den Nachbarkommunen weiter. „Für Marokko ist es eine kleine Sensation, dass rund die Hälfte der Bevölkerung nicht mehr gezwungen ist, ihren Müll einfach in die Natur zu werfen“, sagt El-Khawad.

Damit nicht genug: Im Auftrag des BMZ arbeitet die GTZ umfassender und auf mehreren Ebenen, neben Abfallgesetz und modernen Deponien. „Am wichtigsten ist es, Müll zu vermeiden und Wertstoffe getrennt zu sammeln, um sie dann wieder zu recyceln“, betont El-Khawad. So erprobt die Stadt Larache modellhaft die Trennung des organischen Anteils am Hausmüll und dessen Kompostierung. Andere Wertstoffe künftig ebenfalls getrennt zu sammeln ist ein wichtiger Schritt hin zu einem sortenreinen, wirtschaftlichen Recycling. Wie so etwas funktioniert? Ein eigens gegründeter lokaler Umweltverein sensibilisiert die Bevölkerung. Anfangs mit Hilfe der GTZ, ist er inzwischen ein Selbstläufer: Aufklärungsarbeit in Schulen, Kommunen und privaten Haushalten gehört nun zum Alltag der Vereinsmitglieder.

Ein weiterer Schwerpunkt der Beratung durch die GTZ ist die Entsorgung von Industrie- und Sonderabfällen. Für die etwa120.000 Tonnen gefährlichen Sondermülls wird ein Zentrum zur Entsorgung von Sonderabfällen entstehen – mit in Theorie und Praxis speziell ausgebildetem Fachpersonal. Die KfW prüft zurzeit eine Teilfinanzierung der Anlage.

Die GTZ ist ein weltweit tätiges Unternehmen der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung. Seit mehr als 30 Jahren bietet sie zukunftsfähige Lösungen für politische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Entwicklungen in einer globalisierten Welt. Ihr Ziel ist es, die Lebensbedingungen von Menschen nachhaltig zu verbessern. Hauptauftraggeber der GTZ ist das BMZ.

Artikel vom 18.04.2007 (PM GTZ)

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Königreich Marokko



Hauptstadt: Rabat
Unabängigkeit: seit 02.03.1956
Klima: Mittelmeer- bis Wüstenklima
Amtssprache: Arabisch
Größe: 459.000 km²
Einwohnerzahl: ca. 33.000.000
Währung: Dirham (100 Centimes)
Telefonvorwahl: +212
KFZ-Kennzeichen: MA
Internet-TLD: .ma
 
 
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