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Berlin, 07.09.2010 |
Choice Chimurenga - Die neue CD des Löwen von Simbabwe
Thomas Mapfumo singt politische Songs, in denen er sich auf die simbabwische Tradition besinnt und dies auch im Einsatz seiner Instrumente - der Mbira beispielsweise - nachvollzieht. Die neue CD „Choice Chimurenga“ stellt Songs vor, die zwischen 1998 und 2004 entstanden sind und mit kräftigen Bässen, Bläsersätzen und Reggae-Anleihen Thomas Mapfumos musikalische Entwicklung im Exil demonstrieren.
Mapfumo, der 1945 in der Kleinstadt Marondera zur Welt kam, wuchs mit der traditionellen ländlichen Kultur der Volksgruppe der Shona auf, bis er als Zehnjähriger mit seiner Familie in das Township Mbare bei Salisbury (heute Harare) umzog. Dort begann er mit 16 in verschiedenen Bands zu singen, die angloamerikanische Stars wie Elvis Presley, Otis Redding oder die Rolling Stones kopierten.
Als Anfang der 1970er Jahre im damaligen Rhodesien der Konflikt zwischen dem weißen Siedler-Regime und der unterdrückten Schwarzen Bevölkerungsmehrheit eskalierte, wandte sich Thomas Mapfumo wieder der eigenen Tradition zu und wurde politischer. Schon das Singen in Shona war ein politisches Statement, aber in seinen Texten unterstützte er nun explizit den bewaffneten Kampf gegen die rassistische Ian-Smith-Regierung.
Musikalisch fusionierte er die Tradition der Mbira, des Daumenpianos, mit westlicher Rockmusik. Bis zu drei Mbira-Spieler waren von nun an in seiner Band zu finden. Seinen neuen Stil nannte Thomas Mapfumo „Chimurenga“ – Kampf, in Anlehnung an das Shona-Wort für den Guerilla-Krieg der Befreiungsbewegungen Zimbabwe African National Union (ZANU) und Zimbabwe African People’s Union (ZAPU), die sich wiederum auf die gleichnamige antikoloniale Bewegung im 19. Jahrhundert bezogen.
Zunächst blieb Thomas Mapfumo unbehelligt, weil die weißen Zensoren schlicht und einfach kein Shona verstanden. Aber bald wurden viele Songs von den Behörden verboten, und er selbst musste einige Zeit im Gefängnis verbringen. Über Radiosender in Sambia und Mosambik erreichte er aber trotzdem seine Fans, die mit Massenprotesten schließlich auch seine Freilassung erzwangen. Als nach den freien Wahlen 1980 aus Rhodesien Simbabwe wurde, stand Thomas Mapfumo beim Unabhängigkeits-Konzert gemeinsam mit Bob Marley auf der Bühne. Der Enthusiasmus der ersten Jahre allerdings wich relativ schnell der Enttäuschung angesichts der autokratischen Politik von Präsident Robert Mugabe.
Nach der Veröffentlichung des Albums „Corruption“ 1989 setzten erste Schikanen ein, die sich steigerten, bis Thomas Mapfumo sich und seine Familie durch die Übersiedlung in die USA in Sicherheit brachte. Bis heute lebt er in Oregon, wo er weiter Songs produziert, die sich mit der Situation in Simbabwe auseinander setzen. Wie in den 70ern dürfen viele dieser Lieder in seiner Heimat nicht im Radio gespielt werden; aber wie damals finden sie ihren Weg zum Publikum.
In seinen Songs geht es um AIDS (Simbabwes HIV-Rate ist eine der höchsten der Welt), Armut als Ursache für Kriminalität oder um die Jahre des Kampfes in den 70ern, die in vielem der Gegenwart so ähnlich sind. Thomas Mapfumos bemerkenswert kraftvolle Stimme macht immer noch deutlich, warum seine Fans ihn seit vielen Jahren den „Löwen von Simbabwe“ nennen.
Artikel vom 28.05.2007 (SEC)
weiterführende Links:
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Unbenanntes Dokument
Länderinfo
Republik Simbabwe
Hauptstadt: Harare
Unabängigkeit: seit 18.04.1980
Klima: subtropisch
Amtssprache: Englisch, Shona, Ndebele
Größe: 390.650 km²
Einwohnerzahl: ca. 11.500.000
Währung: Simbabwe-Dollar (100 Cents)
Telefonvorwahl: +263
KFZ-Kennzeichen: ZW
Internet-TLD: .zw
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