|
|
|
Politik » Artikel
|
Berlin, 10.09.2010 |
Bildung per Mausklick - Programme überwinden Defizite
In Afrika spielen die Informations- und Kommunikationstechnologien (ICTs) eine zunehmend wichtige Rolle im Bildungsbereich. Gerade in Ländern mit einem gravierenden Lehrermangel entpuppen sie sich als wertvolle Hilfen.
Nützlich ist das Lernen online zum Beispiel in Äthiopien. Dort ist die Mehrheit der Pädagogen unterqualifiziert. Ein 2003 angelaufenes E-Learning-Programm ist hier erfolgreich in die Bresche gesprungen.
"Wir haben in rund 16.700 Monitore investiert und zeigen über sie Unterrichtseinheiten zu Inhalten, bei denen sich die Lehrer unsicher sind", berichtet Demissew Bekele, der Leiter der ICT-Abteilung im äthiopischen Bildungsministerium. Alle 775 weiterführende Schulen des ostafrikanischen Landes seien bereits mit Computern ausgestattet. Eine ähnliche Initiative ist nun für die Grundschulen in Planung.
Auch im benachbarten Kenia läuft seit vier Jahren ein Projekt, das Wissen mit Hilfe der neuen Medien vermittelt. Es ist Teil eines E-Schul-Pilotvorhabens, das im Rahmen der Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD) angekündigt wurde. NEPAD ist ein afrikanischer Entwicklungsfahrplan, der unter anderem auf eine Verbesserung der Regierungsführung setzt, um Investitionen und Finanzhilfen anzuziehen.
In Kenia sind bereits sechs Schulen als Teil der Initiative ans Internet angeschlossen. "Wir befinden uns noch immer in der Experimentierphase", meint die für das Projekt zuständige Verbindungsbeamtin Mary Mmayi. "Wenn wir wissen, wie sich Bildung und neue Medien zusammenbringen lassen, werden wir Online-Bildungszentren für High-School-Absolventen einrichten." Mittelfristig sollen 142 weitere Schulen ans Netz angeschlossen werden.
Misstrauen der Lehrer
Trotz der Erfolgsstorys gibt es eine Reihe von Hindernissen, die der Ausweitung elektronischer Bildungsprogramme im Wege stehen. Dazu zählt nicht zuletzt die Sorge vieler Lehrer, dass die neuen Medien sie irgendwann einmal ersetzen könnten. "Die Angst vor dem Unbekannten und die Sorge, dass die Technologie Lehrer überflüssig machen könnte, sind sicherlich ein Faktor", meint Bekele. "Doch wir geben uns Mühe, diese Bedenken zu zerstreuen."
Nach Ansicht von Edmond Were vom 'Kigali Institute of Education' in der ruandischen Hauptstadt ist es wichtig, dass sich Lehrer untereinander helfen, um in Sachen ICTs auf dem Laufenden zu bleiben.
Weitere Schwierigkeiten für Online-Bildungsmaßnahmen in afrikanischen Ländern stellen die hohen Kosten für die Ausrüstung und die Internetnutzung dar. Selbst wenn die Hardware vorhanden und der Zugang zum Web hergestellt ist, könnte eine Stromunterversorgung, wie sie in ländlichen Gebieten üblich ist, die Auffahrt auf die Datenautobahn verhindern, meint Mmayi.
Die kenianische Regierung hat inzwischen angekündigt, sich diesem Problem zu widmen.
So versicherte Bildungsminister George Saitoti auf einer afrikanischen E-Learning-Konferenz vom 28. bis 30. Mai in Nairobi, bis Ende Juni würden alle 288 weiterführende Schulen mit Strom versorgt sein. Ruanda plant die Schulen mit Solarstrom zu versorgen. Were zufolge sind die meisten ländlichen Schulen sind nicht an das Stromnetz angeschlossen.
Kenia ist einer von insgesamt 16 Staaten, die von dem NEPAD-Projekt zur Vernetzung der Schulen profitieren. Die Zentralafrikanische Republik gehört auch dazu. Sie versucht alle Schüler mit ICT-Kenntnissen auszustatten. Fast 2.000 öffentliche Grundschulen wurden mit jeweils zwei Computern ausgestattet. Den 500 weiterführenden Schulen stehen jeweils zehn Computer zur Verfügung. Damit sollte sichergestellt werden, dass sich die Schüler auf jeden Fall Grundkenntnisse um Umgang mit den Rechnern aneignen.
Eine ähnliche Initiative wurde in Kenia 2004 aufgelegt. Der 'ICT Trust Fund', der einer Partnerschaft zwischen dem privaten und öffentlichen Sektor entwachsen ist, hat nach offiziellen Angaben 365 Computer für 27 Schulen und Unterrichtszentren in den Dörfern bereitgestellt. (ips)
Artikel vom 15.06.2007 (Joyce Mulama)
|
|
|
|
Presse
Standard: Madrid und Rabat legen Streit um Exklave Melilla bei +++
taz: Al-Qaida im Maghreb - Spanische Geiseln freigelassen +++
taz: Vergewaltigungen stellen Uno bloß +++
KStA: Balafon und Trompete +++
SZ: Der "endgültige Krieg" in Mogadischu +++
mehr...




Termine
14.09.2010 in Mainz
Podiumsdiskussion „DESERTEC – Wüstenstrom für alle?“
14.09.2010 in Berlin
Die Finanztransaktionssteuer: Ursachen der Krise bekämpfen - Verursacher an den Kosten beteiligen!
15.09.2010 in Bonn
Wandel der Frauenrollen in Tansania
mehr... |