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Strategie gegen ständige Anfälligkeit von Hungersnöten im Sahel gefordert
Die westafrikanischen Staaten in der Sahel-Zone sind heute nicht weniger anfällig für Hungerkatastrophen als vor zwei Jahren, als allein in Niger um die drei Millionen Menschen in eine tiefe Krise gerieten. "Chronische Verletzbarkeit" heißt die Diagnose, die ein neuer Bericht der Hilfskoalition 'Sahel Working Group' und des 'International Institute for Environment and Development (IIED)' in London der Region ausstellt.
"Die Menschen machen Heuschrecken, die Dürre und hohe Nahrungsmittelpreise verantwortlich. Das aber waren 2005 nur die Auslöser", sagt Vanessa Rubin von 'CARE International', einem der Mitglieder der Koalition, der neben CARE auch 'Action Aid Hunger', das britische Rote Kreuz, 'Christian Aid', 'Concern Worldwide', 'Oxfam', 'Relief International', 'Save the Children', der 'Tearfund' und 'World Vision' angehören.
Der Report befasst sich mit der Situation in Burkina Faso, Mali und Niger und nennt unter anderem die grassierende Armut, die Marginalisierung der armen Bauern und den fehlenden Zugang der Frauen zu Bildung und Eigentum als Faktoren hinter der Dauergefährdung, ebenso die Ausdehnung der Sahara in die Sahelzone und die folgende Degradierung der Böden.
"Die Geschichte wird sich wiederholen, wenn Regierungen und Geber für die Region nicht eine völlig neue Strategie entwickeln", unterstreicht IIED-Direktorin Camilla Toulmin. Einfließen müsse das Wissen und die Erfahrung der Menschen vor Ort, nötig sei ferner eine Stärkung des Rechts auf Land und Wasser und eine Beteiligung der Betroffenen an den Entscheidungen.
Bessere Koordination der Hilfe
Zudem fordert der Bericht eine bessere Koordination von Entwicklungs- und Nothilfe. Letztere hat bei der Hungerkatastrophe vor zwei Jahren total versagt. Die Krise kündigte sich bereits im August 2004 mit ausbleibenden Regenfällen an. Die wenigen Felder, die die Dürre überlebten, fielen Heuschreckenschwärmen zum Opfer. Im Oktober schließlich kam es zu einer kleinen Ernte, auf die die Welternährungsorganisation (FAO) im November mit einem Hilfsaufruf reagierte. Er aber blieb praktisch unbeantwortet.
Die FAO beklagt in ihrem Jahresbericht 2006 die Bedrohung durch den Klimawandel und die fortschreitende Wüstenbildung, den Rückgang der auswärtigen Hilfe für die Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung, aber auch fehlende Investitionen der Empfängerländer: "Die öffentlichen Ausgaben für die Infrastruktur, die Agrarforschung und Bildung entsprechen in vielen armen Ländern nicht der Bedeutung des Sektors." Das gelte insbesondere für Staaten mit großer Unterernährung.
Andere Experten wie Frank Musasiri, der Vorsitzende des Nationalen NGO-Koordinationsausschusses für Desertifikation in Kenia (NCCD-Kenya), empfehlen den Sahel-Ländern zudem mehr staatliche Gelder für alternative Einnahmequellen wie die Bienenzucht und den Ökotourismus. Auch er aber warnt, die Wüstenbildung zu bekämpfen, werde sehr schwer. (ips)
Artikel vom 23.07.2007 (Moyiga Nduru)
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