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Stromversorgung für 250 Millionen Menschen durch Weltpankprojekt
Die Weltbank und ihr Privatsektorförderer, die International Finance Corporation (IFC), haben ein neues Projekt aufgelegt, das bis 2030 ein Viertel der schwarzafrikanischen Bevölkerung und damit 250 Millionen Menschen mit Licht versorgen soll.
"Eine moderne Beleuchtung ist gleichbedeutend mit besserer Luftqualität und mehr Sicherheit", sagt S. Vijay Iyer, Energieexperte für Afrika bei der Washingtoner Bank. Licht heiße längere Lernzeiten für Schüler und Studenten und längere Öffnungszeiten für kleine Geschäfte.
17 Milliarden Dollar für Beleuchtung
Zurzeit geben Afrikaner im Jahr 17 Milliarden US-Dollar für Lampen aus, die etwa mit Kerosin betrieben werden. Die überalterten Modelle sind nicht nur teuer im Betrieb, sie liefern auch miserables Licht, belasten die Atemluft und stellen eine beachtliche Brandgefahr dar. Viele afrikanische Haushalte verwenden zehn bis 15 Prozent ihres Einkommens auf Beleuchtung.
Bislang haben rund 350 Unternehmen Interesse an einer Teilnahme des Anfang September gestarteten Weltbankprojekts angemeldet. Seine erste Phase steht im Zeichen einer Ausschreibung. Gesucht werden innovative Beleuchtungsideen für den einkommensschwachen Markt, die etwa auf Leuchtdioden (LEDs) und fluoreszierende Lampen setzen.
Zwischen zehn und 20 der Wettbewerbsgewinner können mit einem finanziellen Zuschuss der Weltbank von bis zu 200.000 Dollar rechnen. Zur Teilnahme eingeladen sind private Firmen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Universitäten, staatliche Stellen aber auch Privatpersonen. Einreichen müssen sie ihre Vorschläge bis zum 31. Oktober. Ferner ist eine Marktanalyse geplant. Sie soll in Ghana, Kenia, Sambia und Tansania durchgeführt werden.
In einer Stellungnahme der Weltbank heißt es: Es gebe im Afrika südlich der Sahara höchst wahrscheinlich "einen großen Markt für moderne Beleuchtungsprodukte, die sicher und verlässlich sind, qualitativ gutes Licht erzeugen, preislich mit Kerosinlampen mithalten können und auf erneuerbare Energien oder mechanische Quellen setzen".
Von Stromausfällen geplagt
Der afrikanische Kontinent leidet massiv unter Stromausfällen. Ein Großteil seiner Energieinfrastruktur stammt aus den 50er und 60er Jahren. Schon in den 70ern machten sich ausbleibende Investitionen in die Instandhaltung der Kraftwerke und Leitungssysteme bemerkbar. Nach Angaben der Vereinten Nationen lebt ein Staat wie Nigeria – das bevölkerungsreichste Land im subsaharischen Afrika – mit einem Drittel der installierten Energiekapazität.
Seit den 80er Jahren sind etliche ambitionierte Projekte angelaufen, um die afrikanische Energieversorgung zu verbessern, darunter viele große Infrastrukturvorhaben, die unter anderem von der Weltbank und der IFC finanziert und von internationalen und lokalen Firmen ins Werk gesetzt wurden. Die Erträge sind offenkundig minimal: In Afrika lebt heute jeder sechste Mensch, aber der Kontinent generiert nur vier Prozent der global erzeugten Elektrizität.
Hinzu kommen große Auseinandersetzungen um Megaprojekte wie das ugandische Bujagali-Wasserkraftwerk und massive Proteste aus politischen, ökologischen und sozialen Gründen. Solche Erfahrungen haben viele Regierungen dazu veranlasst, nach kleinformatigeren Alternativen Ausschau zu halten. Dazu zählen Energie aus Wind, Sonnenlicht und Biomasse, aber auch Wassermühlen. (ips)
Artikel vom 11.10.2007 (Abid Aslam)
weiterführende Links:
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Presse
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