Tourismus » Artikel Berlin, 31.07.2010   


Straßensperren peppen Beamtengehälter auf

Freunde sind sie für die einen, Banditen für die anderen. Gemeint sind die vielen Polizisten, Zollbeamten und Mitarbeiter der Einwanderungsbehörden, die entlang der Straße zwischen Accra und Ouagadougou an Checkpoints die Hand aufhalten und den Transport teuer und langsam machen.

David Agbalanyo, der die Strecke zwischen den Hauptstädten von Ghana und Burkina Faso seit 17 Jahren fährt und sich an eine Zeit ohne unfreiwillige Stopps nicht erinnern kann, hat sich dazu entschlossen, die Uniformierten als seine Freunde zu betrachten. "Eine Hand wäscht die andere", meint er und betont, er sehe die Zahlungen als Hilfe für Kumpel, die auch nur ihren Job erledigten.

Das Wort Korruption will er nicht in den Mund nehmen. "Direkt verlangen sie ja gar nichts, und über die Jahre sind wir gute Bekannte geworden. Wenn sie mich für einige Tage nicht sehen, versuchen sie herauszufinden, wo ich stecke. Das ist eine Form von Freundschaft." Außerdem könnte man die Sperren selbst dann nicht abschaffen, wenn man es wollte, sie seien längst ein Teil der Kultur.

So ähnlich sieht auch Agbalanyos Arbeitgeber, Alhaji Seidu Alhassan, die Dinge. "Die Polizisten an den Straßen sind aus Sicherheitsgründen dort, die Zollbeamten gehen gegen Schmuggel vor, und auch die Jungs von der Einwanderung machen lediglich ihre Arbeit."

Westafrika macht gegen Korruption mobil

Ein anderes Bild haben Staatsdiener, die in der jeder Form von Korruption ihren Feind sehen, aber bislang zu wenig Beweise gegen Missetäter in den eigenen Reihen sichern konnten. Auf ihr Betreiben haben sich die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) und die Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA) entschlossen, die Situation unter die Lupe zu nehmen.

Unterstützung findet die Initiative bei der US-amerikanischen Entwicklungshilfebehörde (USAID) und ihrem Projekt für den westafrikanischen Wirtschaftsraum WATH. Soweit liegen zwei Berichte vor und die nicht wirklich erstaunliche Erkenntnis, dass Straßensperren, Verspätungen und illegale Zahlungen an Uniformträger die Transportkosten in Westafrika verteuern und den Handel behindern.

Auf den 992 Kilometern zwischen Tema in Ghana und Ouagadougou etwa zählten die Experten 19 Checkpoints, die sich die Passage mit insgesamt 42 US-Dollar bezahlen lassen. Jetzt wollen sich Prüfer nach Angaben von WATH-Berater Andy Cook auch den Häfen zuwenden. Eine Untersuchung habe ergeben, dass die Korruption in vielen Fällen dort ihren Lauf nehme.

Offenbar hat die Kampagne auch einige Fahrer überzeugen können: "Ein Paar der Männer, die uns bei der Datenbeschaffung geholfen haben, sind von der Vorstellung angetan, dass der Verkehr besser fließen wird, wenn die Straßensperren weg sind", sagt WATH-Transportexperte Kossi Dahoui.

Eine weitere Errungenschaft der Initiative ist die sogenannte Ouagadougou-Deklaration vom November 2007. Mit ihr verpflichten sich die westafrikanischen Staaten unter anderem gegen die Korruption auf den Straßen vorzugehen. (ips)

Artikel vom 31.03.2008 (Francis Kokutse)

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Republik Ghana



Hauptstadt: Accra
Unabängigkeit: seit 06.03.1957
Klima: tropisch feuchtheiß
Amtssprache: Englisch
Größe: 238.537 km²
Einwohnerzahl: ca. 20.500.000
Währung: New Cedi (100 Pesewa)
Telefonvorwahl: +233
KFZ-Kennzeichen: GH
Internet-TLD: .gh
 
 
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