Kultur » Artikel Berlin, 10.09.2010   


MoZuluArt meets Mozart

Wer hätte das gedacht: Mozart und afrikanische Klänge harmonieren aufs Feinste auf der frisch auf dem Deutschen Markt erhältlichen CD von MoZuluArt. Hätte Mozart die Chance, dieses musikalische Experiment zu hören, so wäre er sicher stolz auf die Begegnung zweier Kulturen unter dem Banner seiner Musik.

Dass Afrika hervorragenden Jazz, HipHop oder Soul zu bieten hat, ist keine Neuigkeit mehr. Weniger bekannt ist, dass es afrikanische Musiker gibt, die auf ihre ganz eigene Weise mit europäischer Klassik umzugehen wissen. In jüngster Zeit hat sich auf diesem Gebiet vor allem das Ensemble MoZuluArt einen Namen gemacht.

Das Projekt MoZuluArt

Ins Leben gerufen wurde das einzigartige Projekt von drei aus Simbabwe stammenden Zulus, den A-capella-Sängern Vusa Mkhaya Ndlovu, Blessings Nqo Nkomo und Ramadu, mit dem österreichischen Pianisten Roland Guggenbichler. Bei der Einspielung dieser CD wurde dieses Quartett gelegentlich noch von dem Jazzflötisten Wolfgang Puschnig und den Wiener Sinfonikern unterstützt.

Hat man sich einmal auf die eigenwillige Kombination eingelassen, überrascht es einen, wie harmonisch hier zusammenfließt, was auf den ersten Blick überhaupt nicht zueinander passen will.

„Wir versuchen diese zwei Musikstile so miteinander zu verbinden, dass die Originalmelodien und -rhythmen möglichst erhalten bleiben“, erklärt Roland Guggenbichler, einer der Gründer zum Sound der neuen, gleich zwei Kontinente umspannenden Band.

„Musik hat es stets und allerorten geschafft, Menschen aller Rassen und Völker, mit all ihren verschiedenen kulturellen Hintergründen und Traditionen, einander näher zu bringen – und das ist auch heute noch so. Mit Hilfe der Musik lernen wir andere Kulturen überhaupt erst kennen, verstehen und lieben.“

Die Musiker

Blessings Nqo Nkomo (Gesang), Vusumuzi Vusa Ndlovu (Gesang) und Dumisani Ramadu Moya (Gesang, Perkussion) stammen aus Simbabwes zweitgrößter Stadt Bulawayo, in Matabeleland. Dort wuchsen sie mit den traditionellen Klängen, aber auch den Pop-Hits lokaler Größen wie Ilanga, Lovemore Majaivana, Fanyana Dube oder Solomon Skhuza auf.

Mitte der 1990er Jahre erhielten die drei Musiker aus Simbabwe die Möglichkeit, in Europa klassische Musik zu studieren, übersiedelten schließlich nach Österreich, wo sie bis heute ihre Basis haben.

Roland Guggenbichler wiederum studierte in seiner Jugend klassisches Klavierspiel und probierte sich in einer ersten Teenager-Band mit Beatles-Klängen aus. Das änderte sich , als er sich der oberösterreichischen Gruppe Rica Salsa anschloß, die afrokubanische Klänge spielte. Über diese fazinierende Erfahrung des neuen Sounds und neuer Rhythmen entwickelte er über die Jahre die Erkenntnis, daß afrikanische Musik nicht nur aus den bekannten "ndungu ndungu"-Trommeln besteht, sondern noch viele andere Formen und Stile zu bieten hat.

Die CD MoZuluArt meats Mozart

Das Ausgangsmaterial für das Repertoire von MoZuluArt besteht außer Mozart-Stücken und traditionellen afrikanischen Liedern der Zulu und Xhosa wie zum Beispiel dem durch Miriam Makeba weltbekannt gewordenen "Igqiha" (The Click Song) auch aus vielen Eigenkompositionen von Roland Guggenbichler und seinen simbabwischen Kollegen.

Europäische und afrikanische Musikelemente werden dabei nicht einfach addiert, sondern auf originelle Weise miteinander verwoben. Als Gast für das vorliegende Album konnte mit Wolfgang Pusching einer der renommiertesten Jazzmusiker Österreichs gewonnen werden, der den südafrikanischen Klassiker "Mbombela" (The Train Song) mit seiner Flöte veredelt. Beeindruckend nicht zuletzt auch ist Track Nr. 14: eine Live Aufnahme vom Wiener Rathausplatz, bei der die Gruppe von den Wiener Symphonikern begleitet wird.

Die CD ist seit dem 25. 04.08 frisch auf dem deutschen Plattenmarkt erhältlich. Der Vertrieb erfolgt über Univeral Music.

Artikel vom 30.04.2008 (sec)

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