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Dezentrale Maschinenstationen entlasten Landfrauen Burkina Faso's
Seitdem immer mehr Dörfer in Burkina Faso mit bescheidenen Technikzentren ausgerüstet werden, bleiben den Frauen die mühevolle Arbeit des Körnerstampfens und lange Wege zur nächsten Mühle erspart. Hier erledigen jetzt einfache multifunktionelle Maschinen das Schälen und Zerstoßen des Getreides.
Die ganze Familie profitiert von den Maschinenstationen, denn jetzt haben die Frauen mehr Zeit, um Mann und Kinder zu bekochen. "Früher waren unsere Frauen tagsüber nie zu Hause", berichtete Manli Abdraman, Dorfchef in Gomoré im Osten des westafrikanischen Landes. "Sie machten sich frühmorgens auf den 16 Kilometer langen Weg nach Fada N'Gourma, um dort Getreide zu mahlen und kamen erst abends zurück. Den Männern gefiel das gar nicht, denn es gab erst spät am Tag etwas zu essen" erklärte er.
Auch Abida Idani aus Koumbouari in der Nähe der Kleinstadt Fada N'Gourma weiß den Maschinenpark ihres Dorfes zu schätzen. "Seitdem ich nicht mehr den ganzen Tag Körner stampfen muss, habe ich weniger Rückenschmerzen und auch keine Blasen an den Händen", sagte sie.
"In Gomoré denkt heute keine Frau mehr daran, mit eigenen Händen Mehl zu mahlen", berichtete Djapoa Koanda, die Vorsitzende der lokalen Frauengruppe 'Pamanli'. Die Ortschaft besitzt bereits seit dem Jahr 2000 eine 'multifunktionale Plattform'.
Der Schatzmeisterin der Gruppe, Alima Dahani, ist es sogar gelungen, sich dank der Bürgschaft des Technikzentrums von der Agrar- und Kreditbank von Burkina Faso (BACB) einen Kleinkredit von rund 70 US-Dollar zu verschaffen und ein Geschäft zu gründen. Jetzt stellt sie 'Soumbala' für den Verkauf her, eine lokale Spezialität, die aus den Samen des Néré-Baums gewonnen wird. Der Handel mit den Brühwürfel ähnlichen Klößchen bringt ihr soviel ein, dass sie für ihre beiden Kinder die Jahresgebühren für Abendkurse an der Oberschule in Höhe von mehr als 50 Dollar bezahlen kann.
400 Zentren für jeweils 8.000 Dollar
Das Nationalprogramm der multifunktionalen Technikzentren ist eine vom UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) unterstützte Regierungsinitiative zur Armutsbekämpfung in ländlichen Regionen. Es wird ausschließlich von Frauengruppen verwaltet. Mit dem Geld, das hier verdient wird, werden neue Kleinkredite aufgenommen, mit denen sich Frauen neue Existenzen aufbauen können.
In Gomoré beispielsweise verdient die Witwe Pouniyala Idani den Lebensunterhalt für sich und ihre zwölf Kinder mit dem Verkauf von 'Hydro-Miel', einem einheimischen, hochprozentigen Biergebräu. Das Geschäft hat sie mit Hilfe eines 48 Dollar-Kredits aufgebaut. Inzwischen verdient sie umgerechnet zwei Dollar pro Tag.
Innerhalb von fünf Jahren (2004-2009) ist die Einrichtung von rund 400 Technikstationen vorgesehen, für die nach Angaben des Programmkoordinators Honoré Bonkoungou zehn Millionen Dollar zur Verfügung stehen.
Im September 2007 gab es landesweit bereits rund 120 Zentren, in denen die Dorfbewohner auch Fahrräder und Ackergeräte fachmännisch reparieren und Akkus aufladen können, mit denen in Gegenden ohne Stromversorgung Radios, Computerspiele und Mobiltelefone betrieben werden. Dank der inzwischen erzielten Erfolge ist die Nachfrage nach weiteren Zentren groß. Obwohl noch 280 Technikstationen ausstehen, liegen bereits mehr als 600 weitere Anträge vor.
Erfolgreicher Beitrag zur Armutsbekämpfung
Knapp 8.000 Dollar kostet die Einrichtung eines der begehrten ländlichen Multifunktionszentren. Das ist eine bescheidene Investition für eine Einrichtung, die tausenden Menschen ihr Leben in Armut etwas leichter macht.
Der Regierungsbeamte Bonkougou hat große Pläne. "Wir denken daran, im Rahmen der Initiative die Dörfer durch Elektrifizierung weiterzuentwickeln. In diesen Dörfern soll es Schulen, Büchereien, Gesundheitszentren und Trinkwasserreservoirs geben, die mit Strom versorgt werden.
Nicholas Gouede, der Programmexperte der Internationalen Tokio-Konferenz für afrikanische Entwicklung (TICAD), die Ende Mai in der japanischen Hauptstadt stattfindet, ist von der erfolgreichen Arbeit der dörflichen Technikzentren beeindruckt. "Hier lässt sich der Erfolg besichtigen, nach dem wir suchen", erklärte er. "Dieses vorbildliche Projekt verdient eine nachhaltige Unterstützung, denn es könnte auch in anderen westafrikanischen Ländern übernommen werden." (ips)
Artikel vom 12.05.2008 (Michée Boko)
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Unbenanntes Dokument
Länderinfo
Burkina Faso
Hauptstadt: Ouagadougou
Unabängigkeit: seit 05.08.1960
Klima: subtropisches Klima bis Trockensavanne
Amtssprache: Französisch
Größe: 274.200 km²
Einwohnerzahl: ca. 13.500.000
Währung: CFA-Franc (100 Centimes)
Telefonvorwahl: +226
KFZ-Kennzeichen: BF
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