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Biologische Vielfalt der Kenianischen Wälder ernsthaft bedroht
Das Problem ist nicht neu. Die Ursachen eigentlich auch bekannt. Doch es ist auch Kenia betroffen, ein Land, dass bisher nur wenig Schlagzeilen in Bezug auf Umweltzerstörung machte. Denn nur wenige wissen, dass im Land auch 1,7 Millionen Hektar Wald wachsen. Noch - denn die Wälder des Landes sind hochgradig gefährdet.
Viele Menschen denken bei Kenia vor allem an die endlose Savanne im Massai-Mara-Naturschutzgebiet, an die dort umherziehenden Gnuherden und die ihnen folgenden Raubtiere. Erst mit der Verleihung des Friedensnobelpreises an Wangari Maathai im Jahr 2004 rückte das Problem der Entwaldung etwas mehr in den Focus der öffentlichen Berichterstattung. Maathai ist die Gründerin der 'Green Belt'-Bewegung, eine Umweltorganisation, die Frauen dazu bewegt hat, 30 Millionen Bäume anzupflanzen.
Die Nationale Behörde für Umweltmanagement (NEMA)koordiniert die gesamt Umweltpolitik des Landes. Parkinson Ndonye, Forscher bei der NEMA, schätzt die Lage dramatisch ein:
"Die biologische Vielfalt geht immer mehr verloren, besonders in Wäldern, die teilweise als Siedlungsgebiet oder für die Landwirtschaft genutzt werden. Gleichzeitig ist es schwer, dagegen anzugehen, denn diese Menschen versuchen nur zu überleben. Das ist ein ernsthaftes Problem und muss mit den Gemeinden besprochen werden."
Eine solche Bewertung der Ist-Situation, lässt es mehr als unverständlich erscheinen, dass in der Politik der sehr umstrittene Vorschlag gemacht wurde, das traditionelle Shamba-System wiedereinzuführen. Es würde Gemeinden erlauben, in Waldgebieten Feldfrüchte anzubauen. Shamba wurde erst vor drei Jahren verboten. Befürworter der Wiedereinführung argumentieren, dass den Kenianern der Schutz der heimischen Wälder eher am Herzen läge, wenn sie im Gegenzug Land zur Bewirtschaftung erhielten. Andere, darunter Wangari Maathai, die auch das Amt der Vizeumweltministern inne hat, befürchten durch Shamba die weitere Zerstörung der Wälder.
Kenias Wälder sind auch durch illegale Abholzung bedroht, insbesondere in der Region Mau im Rift Valley und im Mount-Kenya-Wald im Herzen des Landes. Vor allem Kampfer- und Zedernholz wird gern geschlagen, da es auf dem Markt gute Preise erzielt.
Angesichts all dieser Bedrohungen hat die Green-Belt-Bewegung die Regierung aufgerufen, sich für das Überleben der einheimischen Wälder stärker einzusetzen. "Alle Gemeinden müssen an der Wiederaufforstung beteiligt werden, damit die natürlichen Bestände sich erholen können", sagte Njogu Kahare, Programmleiter der Bewegung, vor Journalisten.
Verlust biologischer Vielfalt trifft die Ärmsten
Zurzeit nimmt die biologische Vielfalt aufgrund von Bevölkerungswachstum und anderen Einflüsse weltweit ab. Um diesen Trend abzuwenden, wurde 1992 auf dem UN-Umweltgipfel in Rio de Janeiro die Konvention über die biologische Vielfalt verabschiedet. Das Abkommen ist mittlerweile von mehr als 170 Ländern ratifiziert und seit 1993 in Kraft.
Ziel der UN-Konvention ist es, bis 2010 den Verlust der biologischen Vielfalt deutlich zu mindern. Wie erfolgreich man damit ist, soll unter anderem daran gemessen werden, wie nachhaltig Ökosysteme gepflegt werden und wie groß die Zahl der gefährdeten Arten ist.
Umweltschützer wollen außerdem prüfen, wie viele Produkte aus nachhaltigen Ressourcen verbraucht werden und ob sich fremde Gattungen in bestimmten Lebensbereichen niedergelassen haben und die einheimische Arten verdrängen.
Die Ziele der Konvention spiegeln sich auch in den UN-Millenniumszielen wider. Sie wurden im Jahr 2000 von der Weltgemeinschaft verabschiedet, um Armut und Unterentwicklung zu bekämpfen. Eines der acht Ziele ist, den Schutz der Umwelt durch ökologische Nachhaltigkeit zu verbessern.
Mitte Mai warnte das Sekretariat der UN-Konvention zur biologischen Vielfalt, dass die Millenniumsziele schwerlich erreicht würden, wenn der Schutz der Biodiversität nicht intensiver gefördert werde. "Je weniger biologische Vielfalt vorhanden ist, desto weniger liefern Ökosysteme lebenswichtige Güter wie Nahrungsmittel, sauberes Wasser und Materialien für Kleidung und Unterkunft", heißt es in der Stellungnahme. "Obwohl alle Menschen von der biologischen Vielfalt abhängen, werden die Armen ganz besonders unter ihrem Verlust leiden."
dies zu erkenne, dieses Wissen dann auch an die Bevölkerung weiterzugeben und bei den Menschen dafür eine Akzetanz zu erreichen, wird die vordringlichste Aufgabe sein im Kampf gegen die Zerstörung der Wälder und der Artenvielfalt unserer aller Welt.
Artikel vom 24.05.2005 (SEC/IPS)
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Unbenanntes Dokument
Länderinfo
Republik Kenia
Hauptstadt: Nairobi
Unabängigkeit: seit 12.12.1963
Klima: tropisch bis subtropisch
Amtssprache: Swahili, Englisch
Größe: 582.646 km²
Einwohnerzahl: ca. 35.000.000
Währung: Kenia-Schilling (100 Cents)
Telefonvorwahl: +254
KFZ-Kennzeichen: EAK
Internet-TLD: .ke
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