Wirtschaft » Artikel Berlin, 08.02.2012   


Schnelles Bevölkerungswachstum verschärft Ernährungskrise

Am 26. und 27. Januar treffen sich unter Vorsitz von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und dem spanischen Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero in Madrid Vertreter von Regierungen, Gebern, der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft aus aller Welt. Ziel der Konferenz ist es, eine langfristige Lösung für eine sichere Ernährung der Weltbevölkerung zu entwickeln.

 
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Im Vorfeld dieser Konferenz mahnt die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) eine grundlegende Lösung an. Die freiwillige Familienplanung könne Hunger lindern"

"Wenn wir erfolgreich gegen den wachsenden Hunger in der Welt angehen wollen, ist es viel zu kurz gedacht, sich auf den Bereich der Landwirtschaft zu beschränken", erklärt die Geschäftsführerin der DSW, Renate Bähr. Die Pläne der internationalen Gemeinschaft, etwa die Landwirtschaft zu intensivieren oder Handelsstrukturen zu verbessern, seien zwar begrüßenswert und sehr hilfreich. "Entscheidend ist aber, dass wir das rasante Wachstum der Weltbevölkerung durch freiwillige Familienplanung verlangsamen und damit eine der Hauptursachen für den Nahrungsmangel angehen."

Rasantes Bevölkerungswachstum in den ärmsten Ländern der Welt

Besonders rasant wächst die Bevölkerung in Afrika südlich der Sahara. In Ländern wie Niger und Uganda wird sich die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 voraussichtlich mehr als verdreifachen. In Afrika insgesamt werden dann etwa eine Milliarde mehr Menschen leben als heute. Ein Drittel dieses Anstiegs geht auf ungewollte Schwangerschaften zurück, weil den Menschen das Wissen oder der Zugang zu Verhütungsmitteln fehlt. Die Folge des rasanten Bevölkerungswachstums: Zusammen mit dem Konsumverhalten der wohlhabenden Länder belastet es die Umwelt weiter und verschärft die Wasser- und Landknappheit in den ohnehin von Hunger und Armut betroffenen Ländern.

"Wir dürfen nicht hinnehmen, dass jedes Jahr allein in den Entwicklungsländern 76 Millionen Frauen ungewollt schwanger werden", betont Renate Bähr. "Um die Ernährung der Weltbevölkerung in den nächsten Jahrzehnten sicherzustellen, wäre viel erreicht, wenn die 200 Millionen Frauen, die verhüten wollen, auch die Möglichkeit dazu bekämen." Und Investitionen würden sich lohnen: Nach Berechnungen des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen erspart jeder Euro, der in freiwillige Familienplanung investiert wird, 31 Euro für die Bereitstellung von Wasser, Gesundheitssystemen, Bildung etc.

"Ich möchte die Handelnden ermutigen, über die bisherigen Lösungswege bei der Bekämpfung des weltweiten Hungers hinaus zu denken und für alle Menschen weltweit das Menschenrecht auf Familienplanung zu verwirklichen", so Bähr.

Artikel vom 27.01.2009 (DSW)


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