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Berlin, 07.09.2010 |
Haftbefehl gegen Präsidenten von Sudan auch kritisch bewertet
Während die Weltöffentlichkeit auf den durch den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ausgesprochenen Haftbefehl gegen Sudans Staatspräsidenten Omar al Bashir erstaunt, aber zumeist doch positiv reagiert, sieht World Vision Deutschland e.V. darin eine Gefahr für den Friedensprozess in dem ostafrikanischen Land.
Während die Vertreterin von Amnesty International Afrika gegenüber Agenturen erklärt, der Erlass des Haftbefehles sei ein ungeheuer bedeutsames Signal für andere Dispoten in Afrika, richtet World Vision den Blickwinkel auf die komplizierte politische Situation in Dafur und befürchtet neue Gewaltausbrüche und eine Verschlechterung der humanitären Situation.
Verhandlungen zur Lösung des Darfur-Konflikts könnten ebenfalls ins Stocken geraten, befürchtet die internationale Hilfsorganisation.
„Die bisherigen Friedensbemühungen sind durchaus auf einem guten Weg und ausbaufähig“, sagt Friedensreferent Ekki Forberg. „Wir stellen nicht die Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen in Frage, halten es aber für wichtig, dass die sudanesische Regierung als Konfliktpartei am Friedensprozess beteiligt bleibt.“
Hilfsprogramme durch befürchtete Gewalt unsicher
Die Hilfsorganisation World Vision, die sich seit 1983 im Sudan engagiert, rechnet mit einer Verschlechterung der Sicherheitslage und damit auch der Arbeitsbedingungen für humanitäre Helfer. Milizentruppen könnten nach einem Haftbefehl gegen al Bashir eine neue Offensive starten. Die größte Gewalt wird in Flüchtlingscamps und Stadtrandslums erwartet, wo verschiedene Ethnien zusammenleben. „Wir könnten Binnenflüchtlinge, die am Existenzminimum leben, nicht mehr ausreichend versorgen, wenn die Gewalt eskaliert“, sagt Forberg.
In Darfur leben nach Schätzungen der Vereinten Nationen gut zwei Millionen Menschen in Flüchtlingslagern. Sie können wegen der andauernden Gewalt nicht zurück in ihre Dörfer. World Vision ist in Süd-Darfur in verschiedenen Programmen zur Verbesserung der Ernährung, dem Zugang zu Trinkwasser und einer medizinische Grundversorgung engagiert. Speziell für Kinder hat World Vision Notschulen und „kinderfreundliche Räume“ eingerichtet. Von Deutschland aus wird ein Ernährungsprogramm für rund 75.000 Binnenflüchtlinge betreut.
Im Süden Sudans, wo das 2005 geschlossene Friedensabkommen nach wie vor hält, kümmert sich World Vision um die Menschen, die zu Hunderttausenden in ihre Dörfer zurückkehren. Sie kommen buchstäblich mit leeren Händen und finden verwüstete Dörfer und Felder vor.
Die Helfer versorgen die Heimkehrer mit Nothilfegütern wie Decken, Planen, Kochgeschirr und Moskitonetzen. Gleichzeitig sollen Maßnahmen wie die Förderung der Landwirtschaft, Katastrophenvorsorge, HIV/AIDS-Aufklärung und Friedensaktivitäten die Lebenssituation nachhaltig verbessern. Mit Mitteln des Auswärtigen Amtes werden auch Flüchtlinge aus dem Kongo im Südsudan unterstützt.
Hintergrund
World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaft. Im Finanzjahr 2008 wurden 253 Projekte in 49 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist Teil der weltweiten World Vision-Partnerschaft. World Vision unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. World Vision Deutschland ist Mitglied im Aktionsbündnis gegen AIDS und bei Aktion Deutschland Hilft.
Artikel vom 05.03.2009 (sec)
weiterführende Links:
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Unbenanntes Dokument
Länderinfo
Republik Sudan
Hauptstadt: Khartum
Unabängigkeit: seit 01.01.1956
Klima: tropisch
Amtssprache: Arabisch, Englisch
Größe: 2.505.808 km²
Einwohnerzahl: ca. 39.000.000
Währung: Sudanesisches Pfund (100 Piaster)
Telefonvorwahl: +249
KFZ-Kennzeichen: SUD
Internet-TLD: .sd
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