Wissenschaft » Artikel Berlin, 31.07.2010   


eLearning Africa 2009: Den Weg in die Wissensgesellschaft ebnen

Die eLearning Africa Konferenz bringt rund 1500 eLearning-Experten, Nutzer und Interessenten aus über 80 Ländern zusammen – nach Äthiopien, Kenia und Ghana ist in diesem Jahr Senegal das Gastgeberland. Die Konferenz findet vom 27. bis 29. Mai in Dakar statt. Das internationale Veranstalterteam hat seinen Sitz in Berlin und organisiert die Konferenz in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Bildungs- und Infrastrukturministerien.

 
Die eLearning-Gemeinde in Afrika wächst. Gerade die afrikanischen Hochschulen gelten als treibende Kraft, wenn es darum geht, den Weg in die digitale Gesellschaft zu ebnen und entsprechende Projekte umzusetzen. Wie Hochschulen erfolgreiche eLearning-Strategien entwickeln und Initiativen ausbauen, wird bei der diesjährigen eLearning Africa-Konferenz in Dakar ein Schwerpunktthema sein.

Pädagogisch-methodische Fragen stehen dabei genauso im Mittelpunkt wie der Einsatz innovativer Lerntools wie Web 2.0. Die eLearning Africa als größte Networking-Veranstaltung ihrer Art auf dem Kontinent nimmt darüber hinaus zahlreiche Afrika-spezifische Entwicklungsfelder für technologiegestützte Bildung und Weiterbildung in den Blick: eLearning-Projekte in afrikanischen Schulen, der Einsatz von Lerntechnologien für die medizinische Versorgung und den Kampf gegen HIV/AIDS sowie eLearning in der Landwirtschaft, im Tourismus und im Unternehmenssektor. Auch die Förderung von Frauen ist ein Thema.

Obwohl Afrika in vielen eLearning-Bereichen den internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht, sind die Gegebenheiten aufgrund infrastruktureller Mängel und fehlender finanzieller Ressourcen häufig sehr schwierig. Dies ist auch der Grund, warum mobilen Lösungen in Afrika besonderes Gewicht zukommt. Denn im Gegensatz zum Beispiel zu Breitband-Internet sind Mobilfunknetze in Afrika häufig gut bis sehr gut ausgebaut.

So wird in einigen Regionen Afrikas intensiv auf Mobiltelefone gesetzt, um sich fortzubilden. Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe nutzen diese etwa, um sich über Marktentwicklungen etc. zu informieren. Ein gut funktionierendes Beispiel sind die Informationsnetze von Farmern und Händlern für Agrarprodukte, zum Beispiel Infonet-Biovision in Kenya oder Market-Infonet in Uganda.

Auch im medizinischen Bereich werden groß angelegte Weiterbildungsmaßnahmen über mobile Geräte wie PDAs abgewickelt. Die US-Organisation SATELLIFE betreibt per Satellit einen Informationsservice für Ärztinnen und Ärzte und medizinisches Personal vor Ort und hat dazu ergänzend Handheld-Computer an Hunderte medizinische Stationen ausgegeben, um Fortbildungen und Tests durchzuführen.

Die eLearning Africa Konferenz greift regionale Trendthemen wie diese auf und schafft zahlreiche Networking-Möglichkeiten. In Dakar werden in diesem Jahr über1500 Teilnehmer erwartet. Darunter sind neben eLearning-Anbietern viele Nutzer und Anwender von Lerntechnologien, Lehrer von Schulen und Universitäten, Rektoren von Hochschulen, Leiter von staatlichen und privaten Bildungsanbietern, Firmenvertreter von IT-, Telekommunikations- und Softwareunternehmen (Microsoft, Intel, Nokia) usw., aber auch Vertreter von Regierungen, Regierungsorganisationen, die sich um IT und Bildung kümmern, NGOs, IGOs (UN, UNESCO) und Vertreter und Mitarbeiter aus Entwicklungsorganisationen.

Über 80 Prozent kommen aus afrikanischen Ländern. Diese Präsenz verdeutlicht das große Interesse an E-Learning auf dem Kontinent. Informations- und Kommunikationstechnologien, soviel wird deutlich, sind ein klarer Entwicklungsfaktor in Afrika: ohne IT und Lerntechnologien ist eine Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft in den afrikanischen Ländern nicht mehr denkbar.

Rebecca Stromeyer, Geschäftsführerin der ICWE und Initiatorin der eLearning Africa-Konferenz: „Viele Länder in Afrika treiben den Ausbau nationaler und regionaler IKT-Infrastrukturen maßgeblich voran, um breiten Schichten den Zugang zu Aus- und Weiterbildung zu ermöglichen. Unser Anliegen ist es, dieser Entwicklung positive Impulse zu geben, indem wir eine zentrale Plattform schaffen, die Know-how, gute Ideen und potenzielle Partner zusammenbringt.“

Artikel vom 11.03.2009 (Nina Wittrock/Beate Kleessen)


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