Politik » Artikel Berlin, 05.02.2012   


VENRO fordert Kehrtwende in Afrika-EU-Strategie

Die Gemeinsame Afrika-EU-Strategie hat nur Aussicht auf Erfolg, wenn die Zivilgesellschaft stärker in den Prozess eingebunden wird. Bisher wurden die Interessen der afrikanischen Bevölkerung nur unzureichend berücksichtigt, kritisiert der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) anlässlich des am 28. April in Luxemburg stattfindenden Treffens der europäischen und afrikanischen Minister.

 
„In der Strategie wird die Beteiligung der Bevölkerung ausdrücklich garantiert. Doch das steht nur auf dem Papier und hat nichts mit der Realität zu tun“, so die stellvertretende VENRO-Vorstandsvorsitzende Christa Randzio-Plath. In den sogenannten Expertengruppen gebe es kaum zivilgesellschaftliche Vertreter. Dabei würden die dort behandelten Themen, wie Energiesicherheit, Handel, Klimawandel und Geschlechtergerechtigkeit insbesondere die arme Bevölkerung und die Frauen des afrikanischen Kontinents betreffen.

Auf dem Troika-Treffen am 28. April sollen die bisherigen Fortschritte der 2007 in Lissabon verabschiedeten Gemeinsamen Afrika-EU-Strategie untersucht werden. Zudem sollen Arbeitsprogramme für die Umsetzung der Strategie vorgelegt werden. Die Strategie steht für eine Partnerschaft „auf Augenhöhe“ zwischen Afrika und der EU. Der Aktionsplan umfasst insgesamt acht Themen; wie wirtschaftliche Entwicklung und gute Regierungsführung.

Ein Thema ist die Energiesicherheit beider Kontinente. „Es muss sichergestellt werden, dass die Bevölkerung, vor allem in den ländlichen Gebieten Afrikas, nachhaltig und klimafreundlich mit Energie versorgt wird. Sowohl in Afrika als auch in Europa müssen Erneuerbare Energien gefördert werden“, betont Randzio-Plath. Zudem müssten die Herausforderungen des Klimawandels angemessen berücksichtigt werden. Dafür müsste den afrikanischen Ländern europäisches Know How und adäquate finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Vom 6. bis 7. April fand in der kenianischen Hauptstadt Nairobi eine Konferenz mit Vertreterinnen und Vertretern zivilgesellschaftlicher Organisationen Afrikas und Europas statt. Zum Abschluss der Konferenz wurde ein Dokument verabschiedet, das Forderungen der Zivilgesellschaft an die Gemeinsame Afrika-EU-Strategie enthält. Im Pressereferat von Venro e.V. kann dazu näheres abgefragt werden.


VENRO e.V.

VENRO e. V. ist der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (NRO). Ihm gehören rund 120 deutsche NRO an, die in der privaten oder kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit, der Humanitären Hilfe sowie der entwicklungspolitischen Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit tätig sind.

Das Projekt Afrikas Perspektive

Europas Politik ist ein Beitrag zur Festigung der Afrika-EU-Partnerschaft. Auf dem EU-Afrika-Gipfel in Lissabon Ende 2007 verabschiedeten afrikanische und europäische Regierungschefs eine gemeinsame Strategie und Aktionspläne für eine echte Partnerschaft. VENRO begleitet die Fortführung dieses Prozesses, bei dem die Zivilgesellschaft eine wichtige Rolle spielt. Das Projekt knüpft an die Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnern im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007 an.

Artikel vom 29.04.2009 (PM /sec)


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