Wissenschaft » Artikel Berlin, 31.07.2010   


Mutter-Kind-Gesundheit im Fokus der Aufmerksamkeit

In den Entwicklungsländern stirbt jede Minute eine Frau vor, während oder kurz nach der Geburt – das sind mehr als eine halbe Million Mütter pro Jahr. Der Mangel an Aufklärung, schlechte oder keine Hygienemaßnahmen sowie mangelnde medizinische Betreuung sind die Hauptursachen dafür, dass so viele Schwangere und Mütter in den Entwicklungsländern sterben müssen.

 
„Wir sprechen daher von einer vergessenen Epidemie“, sagt Juliane Friedrich, Expertin bei World Vision Deutschland. „In manchen Entwicklungsländern ist die Sterberate so hoch, dass sich die Schwangeren vor der Geburt von ihren Familien verabschieden.“ Laut WHO gibt es derzeit weltweit etwa 250.000 qualifizierte Hebammen. Lediglich 13.000 davon arbeiten in den Ländern Afrikas südlich der Sahara. „Besonders in den Entwicklungsländern muss die Anzahl der Hebammen deutlich erhöht werden, um die Müttersterblichkeit signifikant zu verringern“, betont Friedrich.

Mangel an Hebammen

World Vision nahm den Muttertag am 10. Mai zum Anlass, erheblich mehr Investitionen in den weltweiten Mutterschutz und die Gesundheitsvorsorge von Schwangeren und Müttern, zu fordern.

„Mindestens 15 Milliarden US-Dollar pro Jahr sollten für Gesundheitsprogramme mit Fokus auf die Versorgung von Frauen und Kindern von den Geberländern zur Verfügung gestellt werden“, fordert Friedrich. „Im Vergleich zu den Summen, die angesichts der Wirtschaftskrise zur Rettung der Banken kurzfristig aufgebracht werden können, sind das Peanuts“, ergänzt Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland.

Ausbildung von Hebammen und Geburtshelferinnen

World Vision international investiert jährlich 150 Millionen US-Dollar in Gesundheitsprogramme und 300 Millionen US-Dollar für Sachleistungen in rund 100 Ländern, in denen die Hilfsorganisation tätig ist. Schwerpunkte der Arbeit sind unter anderem Hygiene- und Ernährungsberatung von Schwangeren und Müttern, die Gründung von sogenannten Gesundheitskomitees und die Ausbildung von Hebammen und Geburtshelferinnen.

Eine dieser Helferinnen ist Asha. Sie lebt in Süd-Darfur und wurde von World Vision als Laien-Geburtshelferin ausgebildet. Um ihr Wissen gleich anwenden zu können, erhielt Asha ein Hebammen-Köfferchen mit einer Grundausstattung an sterilen Geburtshilfe-Utensilien. Asha hat nie eine Schule besucht, hilft aber schon seit 27 Jahren den Frauen ihres Dorfes bei der Entbindung.

„Vor dem Kurs habe ich die gebärenden Frauen auf dem Lehmboden oder einer Matte knien lassen und ein Seil am Dach befestigt, an dem sie sich festhalten konnten. Das Blut habe ich in einem Loch im Boden aufgefangen. Jetzt bringe ich gewaschene Tücher mit, und die Schwangere kann ihr Kind auf einem sauberen Bett zur Welt bringen“, sagt Asha. „Ich kann jetzt auch Probleme früher erkennen und schicke die Frauen dann ins Krankenhaus.“

Die Krankenhäuser sind jedoch oft viele Stunden von den Dörfern entfernt und nur über holprige Sandpisten zu erreichen. In der Regenzeit sind diese Straßen oft überschwemmt und gar nicht zu benutzten. „Auch hier muss erheblich mehr investiert werden“, fordert Friedrich.

Artikel vom 12.05.2009 (sec)

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Republik Sudan



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