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Evaluation der deutschen Entwicklungszusammenarbeit auf dem Prüfstand
Bisher gibt es in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit kein Evaluationssystem, das einen guten Vergleich von Programmen und Projekten ermöglicht und eine Aussage über ihre Wirksamkeit zulässt. Zu diesem Schluss kommt die Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts gGmbH (HWWI) und des Centrums für Evaluation, Universität des Saarlandes (CEval).
„Eine gemeinsames Instrumentarium zur Evaluierung ist aber dringendnötig“, sagte Axel Borrmann, vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI), einer der Autoren der Studie. Er wies darauf hin, dass die Öffentlichkeit angesichts der Finanzkrise verstärkt nach „Sinn und Unsinn“ von Entwicklungszusammenarbeit fragen würde. „Evaluation würde deshalb zusehends wichtiger als Steuerungsinstrument zur Verbesserung der Qualität der EZ“, so Borrmann weiter. Institutionen unter der Lupe Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) haben das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut gGmbH (HWWI) und das Centrum für Evaluation (CEval) an der Universität des Saarlandes 20 Organisationen der staatlichen, nichtstaatlichen und kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit (EZ-Organisationen), aber auch der politischen Stiftungen auf den Prüfstand gestellt. Untersucht wurden, neben dem Entwicklungsministerium selbst, ihre ausführenden Organe, u.a. die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH, die Kreditanstalt für Wiederaufbau Entwicklungsbank (KfW), die InWEnt - Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH und nicht-staatliche EZ-Organisationen, wie Misereor, der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) oder die Deutsche Welthungerhilfe e.V. (DWHH). Die Studie fragt nach der Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit und welche Rolle dabei der Evaluation zukommt: Wie ist es um die Qualität der Evaluationssysteme bestellt? Wie unabhängig kann Evaluation sein? Wo sind Evaluationsabteilungen in den Organisationen angesiedelt, mit welchen Kompetenzen und Budgets? Wie unabhängig sind die Gutachter? Wie transparent gehen die Stiftungen und Organisationen mit den Ergebnissen um? Gefahr der Zersplitterung der Entwicklungszusammenarbeit „Die Heterogenität der Evaluierungssysteme spiegelt die starke Zersplitterung der deutschen EZ wider. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) muss verstärkt auf ein einheitliches System drängen und auch steuern. Als Geldgeber hat das BMZ dazu die Legitimation“, sagt Reinhard Stockmann, Autor der Studie vom Centrum für Evaluation (Ceval), von der Universität des Saarlandes. „Wenn wir ein solches aufeinander abgestimmtes harmonisiertes System hätten, dann könnte Evaluation effektiver und effizienter betrieben werden und die Ressourcen könnten gebündelt werden, so dass man sogar mit gleich bleibenden Mitteln viel bessere Evaluationen auch und gerade im Bereich der Wirksamkeit durchführen könnte“, so Stockmann. Harmonisiertes System der Evaluation gefordert Beide Autoren der Studie führten weiter aus, die Aufträge sollten öffentlich ausgeschrieben werden, um so die Unabhängigkeit der Gutachter systematisch überprüfbar zu machen. Die Berichtsverantwortung sollte uneingeschränkt an den unabhängigen Gutachter übertragen werden. Damit könnten Gefälligkeitsgutachten vermieden werden. Auch eine ungekürzte Veröffentlichung der Evaluierung wird empfohlen. Nur das BMZ pflege im Moment diese Praxis. Artikel vom 12.05.2009 (PM /SEC)
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