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Heikle Fracht - Waffentransporte und Hilfsgüter gemeinsam an Bord
Illegale Waffentransporte und Hilfsgüter internationaler Organisationen kommen häufig mit dem selben Flugzeug in Krisengebiete. Das geht aus einem Bericht des Stockholmer Institutes SIPRI hervor.
Fliegen, wenn der Kunde zahlt Das Problem hat mit den Veränderungen in den Transportstrukturen zu tun, erklärte Kleinwaffenexperte Wolf-Christian Paes vom Bonner Konversionszentrum (BICC) in einem Interview der Deutschen Welle. Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch der Sowjetunion seien zahlreiche Piloten und Fluggesellschaften aus Osteuropa arbeitslos geworden. Viele von ihnen seien sogenannte "Bedarfsfluggesellschaften" und verdienten ihr Geld jetzt in Afrika oder Asien. Die Art ihres Lufttransportes sei "amoralisch". "Das heißt sie fliegen dann, wenn der Kunde zahlt und sie transportieren, was immer es zu transportieren gibt", so Paes. Und das könnten eben an einem Tag Reis und am nächsten Edelsteine oder Waffen sein. Keine eindeutigen Regeln Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat zwar wegen Waffenschmuggels bereits ein Flugverbot gegen die sudanesische Gesellschaft „Badr Airlines“ empfohlen. Dennoch nutzen die UN laut SIPRI-Studie Maschinen dieser Gesellschaft weiterhin für Transporte in den Sudan. Ein weiteres Problem sei, dass die Flugzeuge auf dem Rückweg oft illegale bzw. „konfliktsensible“ Güter wie Kokain, Diamanten oder andere wertvolle Mineralien aus den Krisenregionen abtransportierten. Das führe zwangsläufig zu einer weiteren Destabilisierung der betreffenden Region, da die Güter zu den Auslösern der Konflikte gehörten, heißt es im Bericht. Mehr Kontrolle Die SIPRI-Experten fordern, Auftraggeber sollten künftig bei Lufttransporten für humanitäre Zwecke von den Fluggesellschaften Verpflichtungen zu ethischem Transportverhalten verlangen. Denn für viele Hilfsorganisationen ist es nach eigenen Angaben schwierig, herauszufinden, für welche Zwecke die Flugzeuge sonst noch genutzt werden. Dennoch gebe es Alternativen für die Hilfsorganisationen, meint Waffenexperte Wolf-Christian Paes. Sie könnten sich zusammentun und auf eine Liste bevorzugter Anbieter konzentrieren, die "sauber" sind. Das sei allerdings keine leichte Aufgabe. Auch die Preissituation sei entscheidend. "Schließlich sind auch humanitäre Organisationen und die UN darauf angewiesen, ihre Güter möglichst günstig zu transportieren." Artikel vom 23.05.2009 (dw-world)
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