![]() |
Verein Agenda Spenden Kontakt |
| Aktuell Politik Wirtschaft Wissenschaft Kultur Tourismus Vermischtes |
Weitere Straßenumbenennungen nötig
Am gestrigen Mittwoch (27.05.09, ca. 18:00 Uhr, öffentliche Sitzung) hat die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg mit großer Mehrheit dem Antrag zur Umbenennung des Gröbenufers in May-Ayim-Ufer zugestimmt. Damit wird erstmals in Deuschland ein Perspektivwechsel vollzogen bei einer Straßenumbenennung im Kontext des Kolonialismus. In Zukunft wird mit May Ayim eine Kämpferin gegen Kolonialismus und Rassismus geehrt. Die neuen Straßenschilder werden voraussichtlich in ca. sechs Monaten angeschraubt.
Das Bündnis zivilgesellschaftlicher Gruppen fordert schon lange eine kritische Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialismus und seinen Spuren im öffentlichen Raum. Der Antrag in der BVV geht auf ein Dossier dieses Bündnisses zurück. Die Umbenennung der Kreuzberger Uferpromenade, hoffen die Initiatoren, könnte zu einem Startpunkt für eine breite Auseinandersetzung mit der Kolonialvergangenheit werden. „Für eine gesamtgesellschaftliche Erinnerungsarbeit ist dabei insbesondere die schulische Bildung gefordert“, erläutert Rosa Hoppe vom PFI. Bis heute wird Deutschlands Kolonialgeschichte an Schulen kaum thematisiert. Otto Friedrich von der Gröben (1656–1728), der 1895 mit dem Straßennamen geehrt wurde, gilt als „Pionier“ des deutschen Kolonialismus. Als Führer einer Marine-Expedition des „Großen Kurfürsten“, der sich am lukrativen Handel mit afrikanischen Menschen beteiligen wollte, gründete von der Gröben die Festung „Großfriedrichsburg“ im heutigen Ghana. In der Folge wurden aus Westafrika bis zu 30.000 Versklavte unter grausamsten Bedingungen in die Karibik und nach Europa verschifft, wobei etwa jede zehnte Person schon den Transport an den Bestimmungsort nicht überlebte. „In moralisch-ethischer Hinsicht ließ sich dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit schon damals nur mit rassistischen Argumenten rechtfertigen“, so Christian Kopp von BePo. Die international bekannte afrodeutsche Dichterin, Pädagogin und Kreuzbergerin May Ayim (1960–1996), die sich gegen den fortbestehenden Rassismus in Deutschland wandte und in der Frauenbewegung aktiv war, machte immer wieder auf die unaufgearbeitete koloniale Vergangenheit aufmerksam. „Diese Straßenumbenennung fordert daher auch dazu heraus, sich mit der engen Verbindung von Kolonialismus und Rassismus auseinanderzusetzen“, meint Luise Steinwachs vom TNW. „Das Gröbenufer nach May Ayim zu benennen, wird das Thema Kolonialismus an dieser Stelle nicht aus dem Stadtbild verschwinden lassen“, betont Joshua Kwesi Aikins von der ISD, „sondern bedeutet eine Perspektivumkehr des Gedenkens“. Gemeinsame Pressemitteilung von: AfricAvenir International, Berliner entwicklungspolitischer Ratschlag (BER), Berlin Postkolonial (BePo), Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), Paulo Freire Institut (PFI), Projekt „Unterm Teppich?“ (PUT), Tanzania-Network.de (TNW) und Werkstatt der Kulturen (WdK) Artikel vom 29.05.2009 (PM)
|
Presse Standard: Madrid und Rabat legen Streit um Exklave Melilla bei +++ taz: Al-Qaida im Maghreb - Spanische Geiseln freigelassen +++ taz: Vergewaltigungen stellen Uno bloß +++ KStA: Balafon und Trompete +++ SZ: Der "endgültige Krieg" in Mogadischu +++ mehr... ![]() ![]() 14.09.2010 in Mainz Podiumsdiskussion „DESERTEC – Wüstenstrom für alle?“ 14.09.2010 in Berlin Die Finanztransaktionssteuer: Ursachen der Krise bekämpfen - Verursacher an den Kosten beteiligen! 15.09.2010 in Bonn Wandel der Frauenrollen in Tansania mehr... |
|||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||