Wirtschaft » Artikel Berlin, 05.02.2012   


Neumann Kaffee Gruppe verstößt gegen OECD-Richtlinien

Die Menschenrechtsorganisation FIAN hat am Montag (15.6.09) beim Bundeswirtschaftsministerium eine Beschwerde gegen die Vertreibung von 400 ugandischen Kleinbauernfamilien eingereicht. Die Familien mussten einer Kaffeeplantage der deutschen Neumann Kaffee Gruppe weichen.

"Indem sie die Vertreibung toleriert hat, hat die Neumann Kaffee Gruppe eindeutig gegen die
OECD-Richtlinien für Multinationale Unternehmen verstoßen", erklärt Gertrud Falk von
FIAN Deutschland. FIAN und die Gruppe der Vertriebenen fordern die Nationale
Kontaktstelle der OECD im Bundeswirtschaftsministerium auf, in dem seit acht Jahren
andauernden Konflikt in Uganda zu vermitteln. Das Unternehmen hat bisher Gespräche
mit den Opfern verweigert.

Die Kaweri Kaffeeplantage in Uganda wurde am 24. August 2001 von Firmenchef Michael
R. Neumann und Staatspräsident Yoweri Museveni eingeweiht. Drei Tage vorher waren
über 2.000 Bewohner des Landes gewaltsam von der ugandischen Armee vertrieben
worden, darunter zahlreiche Kinder. Bis heute wurden sie für den Verlust ihres
Besitzes nicht entschädigt. Peter Kayiira, der Sprecher der Vertriebenen, erläutert:
"Wir haben die Geschäftsführung von Neumann mehrfach gebeten, unsere Anstrengungen
um Wiedergutmachung zu unterstützen. Leider erfolglos. Die Firma hat sogar versucht,
das laufende Gerichtsverfahren zu verhindern."

Die OECD-Richtlinien verlangen von multinationalen Unternehmen verantwortliches
Handeln im Gastland, unter anderem den Respekt der Menschenrechte. Aus
menschenrechtlicher Sicht hätte die Firma die Folgen ihres Investitionsprojekts vor
Vertragsschluss mit der ugandischen Regierung eingehender prüfen müssen. Gertrud
Falk, Vertreterin von FIAN, erklärt: "Die Mehrheit der Betroffenen kann sich seit
der Vertreibung nicht mehr ausreichend ernähren. Die Einschulungsraten für die
weiterführenden Schulen sind seitdem drastisch zurückgegangen, weil die Familien das
Schuldgeld nicht mehr aufbringen können. Diese Verletzungen sozialer Menschenrechte
hat das Unternehmen mit zu verantworten."

Artikel vom 17.06.2009 (Fian)


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