Vermischtes » Artikel Berlin, 05.02.2012   


Bundesweite Nacht der Solidarität am 20.6.09 - Aids Kamapgne wider das Vergessen

Bereits zum sechsten Mal begehen in ganz Deutschland AIDS-Hilfen, Kirchgemeinden und Eine-Welt-Gruppen die Nacht der Solidarität. Mit großen Lichterschleifen auf öffentlichen Plätzen wird auf das Schicksal der weltweit 33,2 Millionen HIV-positiven Menschen aufmerksam gemacht. dieses Jahr wurde das Motto "Milliarden für die Banken und Manager - Almosen für die Aids-Kranken" ausgewählt.

 
Schwerpunkt in diesem Jahr sind die Auswirkungen der internationalen Finanz-und Wirtschaftskrise auf die Bekämpfung von HIV und Aids. Gerade in den Entwicklungsländern hat sie dramatische Auswirkungen: „Mindestens 30 Millionen Menschen werden ihren Arbeitsplatz verlieren. In den betroffenen Haushalten bedeutet das, dass weniger oder gar kein Geld für die nötigen Behandlungsmaßnahmen zur Verfügung steht.

Auch die durch Armut erzwungene Entscheidung, entweder Medikamente oder Lebensmittel zu kaufen, ist für Menschen mit HIV und Aids fatal: Sie benötigen beides in ausreichendem Maße,
denn unter der Behandlung von antiretroviralen Medikamenten wird die aufgenommene Nahrung im Körper viel schneller abgebaut“, so Dr. Birte Rodenberg, politische Beraterin im Aktionsbündnis gegen AIDS.

Gerade angesichts der Milliarden, die innerhalb weniger Tage für Bankenrettungen zur Verfügung gestellt wurden, ist es für immer mehr Menschen unverständlich, dass im Bereich der Aids-Bekämpfung um jede 100tausend Euro so hart gekämpft werden muss. Denn die Krankheit wirft die Entwicklung in stark betroffenen Regionen um Jahrzehnte zurück. Die
erwerbstätigen Altersgruppen sterben, übrig bleiben die Alten, die sich häufig um zehn oder mehr Kinder kümmern müssen. Welche Bildungschancen diese Kinder haben und wie sich das auf die Regionen auswirkt in denen sie leben, kann sich jeder ausrechnen.

„Leben vor Pharmaprofit! Patente können tödlich sein“

Ein weiteres Thema sind generisch hergestellte Aids-Medikamente aus Indien. 2005 musste das Land die Vorgaben der Welthandelsorganisation in nationales Recht umsetzen. „Die indischen Generika sind ungeheuer wichtig für die weltweite Versorgung mit antiretroviralen Medikamenten (ARVs) zur Behandlung von Aids. Knapp zwei Drittel der Aids-Medikamente in Afrika sind Generika, von denen 85 Prozent aus Indien kommen. Aber das sind fast ausschließlich ARVs der ersten Generation, die in Indien legal nachgebaut werden dürfen.

Bei diesen Medikamenten sind durch die generische Herstellung die Preise seit 2000 von 10.000 US-Dollar pro Patient und Jahr auf unter 100 Dollar gefallen. Ein Problem jedoch sind Medikamente, für die nach 1995 Patentanträge gestellt wurden. Diese werden vom neuen indischen Patentrecht erfasst - sollten hier Patente erteilt werden, hätten wir ein großes
Finanzierungsproblem mit der Aidstherapie in Entwicklungsländern”, erläutert Astrid Berner-Rodoreda, HIV/Aids-Beraterin bei Brot für die Welt und Sprecherin im Aktionsbündnis gegen AIDS.

Mit der Unterschriftenkampagne „Leben vor Pharmaprofit! Patente können tödlich sein“ fordert das Aktionsbündnis drei Pharmaunternehmen auf, freiwillig auf ihre Patente in Indien zu verzichten und so die Versorgung der Ärmsten mit Aids-Medikamenten nicht wie bisher zu behindern.

Artikel vom 18.06.2009 (sec/PM)


weiterführende Links:

« zurück
Presse

Zeit: Rohstoffpreise - Die heimlichen Herrscher (Westafrika) +++ Zeit: Senegalesen haben Tricksereien ihres Präsidenten satt +++ NZZ: Witze über Bärte verboten - Haft für ägyptischen Komiker wegen Beleidigung der Religion +++ taz: Flüchtlinge aus Afrika - Tod auf hoher See (Kommentar) +++ taz: Neue Proteste in Dakar- Opposition auf der Straße +++

mehr...
 
 







 
 
Termine

09.02.2012 in Berlin
Worte des Lebens (Guinea)

11.02.2012 in München
Toiletten für Schulen und öffentliche Einrichtungen in Entwicklungsländern: Wie mache ich alles richtig?

17.02.2012 in Berlin
Afrika Kulturtag Moabit

mehr...
   
   © 2005-2008 Afrika-Bildung.de Partner  |  Kontakt  |  Impressum