Wirtschaft » Artikel Berlin, 31.07.2010   


Versprochen ist versprochen – wird von G8 gebrochen!

Zum Abschluss des G8 Gipfels in Italien macht die Kinderhilfsorganisation World Vision darauf aufmerksam, dass viele Versprechen, die 2005 in Gleneagles gegeben wurden, nun nicht mehr gehalten werden können.

 
In 2005 wurde versprochen, folgende Ziele bis 2010 zu erreichen:

1. ….die Hilfszusagen für Afrika auf 25 Milliarden US-Dollar zu
verdoppeln. Realität: bis Ende diesen Jahre werden voraussichtlich
lediglich etwas mehr als 10 Milliarden US-Dollar für Afrika zur Verfügung
gestellt. Ziel verfehlt!
2. ….Erhöhung der gesamten Entwicklungshilfezusagen um 50 Milliarden
US-Dollar. Realität: Ziel wahrscheinlich um
2/3 verfehlt!
3. ….allgemeiner Zugang zu AIDS-Behandlung für alle, die es
benötigen. Realität: Ende 2007 hatten lediglich 3 Millionen Menschen
Zugang zu Aids-Behandlung. Laut WHO werden bis zum nächsten Jahr aber
mindestens 10 Millionen Menschen diesen Zugang benötigen. Ziel verfehlt!
4. …allen Schwangeren, die mit dem HI-Virus infiziert sind, Zugang zu
Medikamenten ermöglichen, die die Übertragung von der Mutter auf das Kind
verhindern. Realität: Gerade 11 % der Schwangeren, die mit dem HI-Virus
infiziert sind, haben bisher Zugang zu entsprechenden Medikamenten. Ziel
weit verfehlt!
5. …Beteiligung an der Vollfinanzierung des Globalen Fonds zur
Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Realität: Für die Jahre 2009
und 2010 fehlen dem Global Fund noch 3 Milliarden US-Dollar, um seine
bedarfsorientierten Programme durchführen zu können. Ziel verfehlt!

Marwin Meier betont: „Diese niederschmetternden Tatsachen machen klar,
dass die G8 ihre klar gegebenen Versprechen brechen werden. Die
Glaubwürdigkeit der G8 hat in L’Aquila erheblich gelitten. Die reichsten
Länder der Welt sind nicht in der Lage, eine Lösung für die Armen in der
Welt zu finden.“

Das bedeutet: weiterhin werden jährlich 9,2 Millionen Kinder unter fünf
Jahren an vermeidbaren Krankheiten sterben. Mehr als eine halbe Millionen
Mütter werden eine Schwangerschaft mit dem Leben bezahlen müssen.

Meier erläutert: „Besonders problematisch ist die im Abschluss-Kommuniqué
erstmals aufgeführte ‚Gesamt-Länder-Bilanz’, die auch alle eingenommenen
Spendengelder aller NGOs auf die G8-Zusagen eines Landes anrechnen soll.“

„Einziger Lichtblick ist die neue Partnerschaft zur Nahrungsmittelkrise“,
so Meier. „Auch wenn wir derzeit noch nicht wissen, ob bei dieser
Initiative frische finanzielle Zusagen ausgehandelt wurden und auch die
bedürftigsten Länder profitieren, ist zu begrüßen, dass die Hilfe künftig
stärker auf die Förderung der Landwirtschaft fokussiert ist.“ Im Kampf
gegen Hunger und extreme Armut kann nachhaltige Landwirtschaft Millionen
Kleinbauern stärken, die zur Zeit um ihr Überleben kämpfen müssen. World
Vision engagiert sich in 24 afrikanischen Ländern, in Süd- und Südostasien
und Lateinamerika für integrierte ländliche Entwicklung und bei den
Vereinten Nationen für eine bessere Absicherung der Kleinbauern, die im
Regelfall nicht gegen Verluste versichert sind.

Artikel vom 16.07.2009 (WVI)


weiterführende Links:

« zurück
Presse

Welt: "Deutschland hat seine Versprechen nicht gehalten" +++ dw-world: Persilschein für Diktatur in Äquatorialguinea? +++ ARD: Militärische Ehren für mutmaßlichen Kriegsverbrecher +++ SWP: Und über allem schwebt der Blues +++ AFP: Franzosen an Angriff gegen El Kaida in Afrika beteiligt +++

mehr...
 
 







 
 
Termine

05.08.2010 in Emmendingen
10. African Music Festivals in Emmendingen

07.08.2010 in Emmendingen
Reggae Superstar "Alpha Blondy"

20.08.2010 in Seeon
Die deutsche Afrikapolitik und die deutsche Entwicklungszusammenarbeit

mehr...
   
   © 2005-2008 Afrika-Bildung.de Partner  |  Kontakt  |  Impressum