Kultur » Artikel Berlin, 05.02.2012   


Zanzibar International Film Festival 2009 in Potsdam

Das Filmmuseum Potsdam präsentiert vom 10. bis 13. September ausgewählte Preisträger-Filme des diesjährigen 12. Zanzibar International Film Festival (ZIFF), dass vom 27. Juni bis 4. Juli 2009 in der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Stone Town von Sansibar Stadt statt fand. Lesen Sie das Programm hier!

 
Vor der Podiumsdiskussion am 12.9. zum Thema „Development Films” wird der „Ousmane Sembène Films For Development Award”-Gewinner zu sehen sein: „Keiskamma“ von Miki Redelinghuys. Neben dem Vorstand des Festivals, Hassan Mitawi, wird die Filmemacherin Musola Catherine Kaseketi mit ihrem Film „Suwi“ als Gast erwartet. Schirmherr des ZIFF-Nachspiels ist der Botschafter von Tansania, Ahmada R. Ngemera, er wird das Festival am 10.9. eröffnen.

Am 10.9. ergänzen außerdem zwei Workshops für Jugendliche das Programm. Gemeinsam mit Vertreterinnen der Frauenfußballmannschaft von Sansibar wird Florence Ayisis Film Zanzibar Soccer Queens (Tansania/GB 2007) angeschaut und diskutiert. Der Film zeigt, wie Frauen um ihr Recht und ihre Chance kämpfen, wie sie sich solidarisieren und eigene Geschäftsideen entwickeln, um ihr Leben und ihren Sport zu finanzieren. Fußball, ein Entwicklungsfaktor?

Am 12.9. wird im Filmmuseum außerdem die KunstGenussTour (Lange Nacht der Museen und Galerien in Potsdam) mit Ausrichtung auf das ZIFF-Nachspiel gefeiert – mit musikalischen Höhepunkten, afrikanischem Buffet, einem Kaffeeparcours und einer Gewürzstraße!



Spielplan 10. – 13.09.2009

10.09.2009

10:00 und 14:00
In Kooperation mit den Regionalen Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule (RAA) Brandenburg in Trägerschaft des Demokratie und Integration Brandenburg e.V.
Filmworkshop „Zanzibar Soccer Queens“ (in englischer Sprache)
In Anwesenheit von Vertreterinnen der Frauenfußballmannschaft von Sansibar

19:00
ZIFF in Potsdam
Mwalimu – The Legacy of Julius Kambarage Nyerere R: Lekoko P. Ole Levilal, Tansania 2009, Dok., OmE, 52’

20:00
Zanzibar International Film Festival 2009 in Potsdam
In Kooperation mit der Initiative „Städtepartnerschaft Sansibar-Potsdam“ und VENROB e.V.
Gefördert vom Auswärtigen Amt aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Eröffnung und Präsentation des Kurzfilm-Preisträgers Waramutseho R: Auguste Bernard Kouemo Yanghu, Kamerun 2009, OmE, 21’

In Anwesenheit des Botschafters von Tansania, H.E. Ahmada R. Ngemera und der Filmemacherin Musola Catherine Kaseketi (Sambia)
Anschließend: Empfang im Foyer, Eintritt frei

21:30
ZIFF in Potsdam
African Tales – A Mini-Series of Tanzanian Short Films R: Neema Kambona, Maria Sarungi Tsehai, Nina Mnaya, Kimela Billa, James Gayo, Tansania 2008, OmE, 65’

11.09.2009
18:00 ZIFF in Potsdam
In Kooperation mit der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft (BBAG) e.V.
Zanzibar Soccer Queens R: Florence Ayisi, Tansania/GB 2007, Dok., engl. OF (z.T. engl. UT), 52’
In Anwesenheit des Women Fighters Football Club (Frauenfußballmannschaft von Sansibar)

20:00
ZIFF in Potsdam
Suwi R: Musola Catherine Kaseketi, D: Cathrine Soko, Owas Mwape, Chantel Mwabi, Sambia 2009, OmE, 78’
In Anwesenheit der Regisseurin

22:15
ZIFF in Potsdam
Papy (Mon histoire) R: Djo Tunda Wa Munga, D: Romain Ndomba, Chaida Chady Suku Suku, Annie Kuka, DR Kongo 2007, OmE, 52’

12.09.2009
16:00
Kiriku und die wilden Tiere R: Michel Ocelot, F 2005, Trickfilm, 75’
18:00
ZIFF in Potsdam
Keiskamma – A Story of Love R: Miki Redelinghuys, Südafrika 2007, Dok., OmE, 90’

20:00
ZIFF in Potsdam
In Kooperation mit der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft (BBAG) e.V.
Mit freundlicher Unterstützung der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung
Podiumsdiskussion „Development Films“ mit Hassan Mitawi (Vorstand ZIFF), Musola Catherine Kaseketi (Regisseurin, Lusaka/Sambia), N.N. (aus der Entwicklungspolitik) Moderation: Dorothee Wenner (Filmemacherin und Afrika-Delegierte der Berlinale) Eintritt frei

22:00
ZIFF in Potsdam
Seasons of a Life R: Charles Shemu Joyah, D: Flora Suya, Bennie Msuku, Neria Chikhosi, Malawi 2007, engl. OF, 90’

ab 18:00
Potsdamer Kunst-Genuss-Tour 2009
Afrika-Festival
im Museumsfoyer mit Kaffee-Parcours „Grünes Gold – Kaffee in Tansania“, Gewürz Quiz „Wo nicht nur der Pfeffer wächst …" und afrikanischem Buffet 20:00 „Lockerer Rhythmus“ mit Kofi Asamoah (Gesang, Trommeln) 21:30 Kofi Asamoah mit Band

13.09.2009
16:00
Kiriku und die wilden Tiere R: Michel Ocelot, F 2005, Trickfilm, 75’

18:00
ZIFF in Potsdam
From a Whisper R: Wanuri Kahiu, D: Corinne Onyango, Ken Ambani, Abubakar Mwenda, Kenia 2008, engl. OF, 79’

20:00
ZIFF in Potsdam
Mâh Saah-Sah R: Daniel Kamwa, D: Abdel Aziz Nchankou, Mfouemoun Beaflore, Adamou Njoya, Kamerun 2007, OmE, 91’

21:30
ZIFF in Potsdam
Bongoland R: Josiah Kibira, D: Mukama Morandi, Erick Baruti, Christina Breidenbach, Tansania 2003, OmE, 92’

Die Filme

Mwalimu - The Legacy of Julius Kambarage Nyerere
10. September
R: Lekoko P. Ole Levilal, Tansania 2009

Als Vater der Nation wird Julius Kambarage Nyerere (1922 - 1999) in Tansania bezeichnet. Damit wird auf seine führende Rolle beim Kampf um die Unabhängigkeit (1961) angespielt. 1964 brachte er den Zusammenschluss des Festlandes Tanganyika und der Insel Sansibar auf den Weg. Mit der einflussreichen „Deklaration von Arusha“ fomulierte er 1967 seine sozialistischen Überzeugungen. Während seiner 22-jährigen Präsidentschaft, die 1985 endete, wurde er immer wieder seinem Ruf als „Mwalimu“, Lehrer, gerecht und half auch danach beim Wandel Tansanias vom Ein- zum Mehrparteienstaat. Die unterschiedlichsten Menschen aus verschiedenen Generationen äußern sich im Film darüber, wie sie Julius Kambarage Nyerere, seine politischen Ideen und Errungenschaften erinnern.

Waramutseho
10. September
R: Auguste Bernard Kouemo Yanghu, Kamerun 2009

Der couragierte Kurzfilm erzählt die Geschichte des Versöhnungsprozesses in Ruanda aus einer neuen, originellen Perspektive. Der auch andernorts preisgekrönte Film, der durch seine Liebe zum Detail besticht, erhielt den Kurzfilmpreis des ZIFF 2009.

African Tales – A Mini-Series of Tanzanian Short Films
10. September
R: Neema Kambona u.a., Tansania 2008

Fünf kurze Spielfilme à 13 Minuten, fünf neue Stimmen des tansanischen Kinos, fünf Ansichten des heutigen Tansania: Eine extravagante Lady schmuggelt Edelsteine von Daressalam nach Nairobi (The Business Trip R: Neema Kambona). Der eigentlich so toughe Sadiki sieht sich vor der Aufgabe, seinen unehelichen, HIV-positiven Sohn allein zu erziehen (Body on Fire R: Maria Sarungi Tsehai). Die zehnjährige Mawazo lebt bei ihrer Großmutter und verkauft Essen an Schulkinder. Dabei würde sie selbst gerne zur Schule gehen (Mawazo R: Nina Mnaya). Der Internatsschüler Masinde will dem Kontrollgang entkommen und erhält eine Lektion fürs Leben (The Rat Trap R: Kimela Billa). Der Gefängnisbeamte Matiku steht kurz vor der Rente (Retirement R: James Gayo).

Suwi
11. September
R: Musola Catherine Kaseketi, Sambia 2009

Auf dem Weg zur eigenen Hochzeit verliert die junge Frau Suwi durch einen Autounfall den Verlobten und ist fortan körperlich beeinträchtigt. Die Eltern raten ihr davon ab, weiter einem Beruf nachzugehen oder sich um eine neue Beziehung zu bemühen. Erst als sie zufällig auf den achtjährigen Waisenjungen Bupe trifft, eröffnen sich Suwi wieder Perspektiven. Gesellschaftliche Stigmatisierung und Ausgrenzung aufgrund von körperlichen Behinderungen sind in Teilen Subsahara-Afrikas der Alltag aber als öffentliches Thema oft tabu. Zur Vorführung begrüßen wir herzlichst die Filmmacherin Musola Catherine Kaseketi, die beim ZIFF 2009 für ihr mutiges Filmdebüt mit dem East Africa Region Talent Award ausgezeichnet wurde.

Papy (Mon histoire)
11. September
R: Djo Tunda Wa Munga, DR Kongo 2007

„Papy“ ist der erste Teil einer Filmreihe, die die Geschichten von Menschen erzählt, die mit HIV leben und wurde in Kinshasa gedreht: Als Papy entdeckt, dass er HIV-positiv ist, verliert er seine Arbeit und wird von seiner Familie verstoßen. Doch um Medikamente zu bekommen, muss ein Familienmitglied für ihn bürgen. Papy engagiert einen Obdachlosen, der seinen Onkel gibt. Eines Tages entschließt er sich, in einer TV-Sendung aufzutreten … Der bittersüße Film, der auf einer wahren Geschichte basiert, erhielt beim ZIFF 2009 den Silver Dhow Award.


Keiskamma – A Story of Love
12. September
R: Miki Redelinghuys, Südafrika 2007

In der Tradition des „cinéma vérité“ erzählt der Dokumentarfilm vom Engagement der Mutter, Großmutter und AIDS-Aktivistin Eunice Mangwane und der Ärztin und Künstlerin Carol Baker, die sich den Kampf gegen HIV und AIDS – von der Aufklärung bis zur Medikamentenbeschaffung – zur Lebensaufgabe gemacht haben. Für dieses umfassende, aufopfernde Engagement steht als Bild eine wunderschöne, multimediale Altartafel, die die beiden gemeinsam mit Teilen der verarmten Landbevölkerung der Gegend um die Flussmündung des Keiskamma River im Osten Südafrikas herstellen.

Seasons of a Life
12. September
R: Charles Shemu Joyah, Malawi 2007

Kondani und Thoko, ein kinderloses Paar, adoptieren ein Waisenkind und stellen die Waise Sungisa als Kindermädchen an. Kondani missbraucht Sungisa sexuell. Sie wird schwanger. Als Sungisa eine Abtreibung ablehnt, verspricht Kondani ihr finanzielle Unterstützung, solange sie niemandem sagt, wer der Vater ist. Als Sungisa ein Studium beginnt, schafft es Kondani, Thoko davon zu überzeugen, ein weiteres Kind zu adoptieren - seinen gemeinsamen Sohn mit Sungisa. Doch sechs Jahre später fordern Sungisa und ihre Freundin und Juristin Tabitha das Kind zurück. Der bewegende Film über die Rechte von Frauen und Müttern wurde beim diesjährigen Festival in Sansibar u.a. mit dem ZIFF Chairman Award ausgezeichnet.

From a Whisper
13. September
R: Wanuri Kahiu, Kenia 2008

Der ruhige Abu will der aufrührerischen Künstlerin Tamani helfen, die nach ihrer Mutter sucht. Tamani ruft bei Abu Erinnerungen an seinen Freund Fareed wach, der vor zehn Jahren bei dem Bombenanschlag auf die US-amerikanische Botschaft in Nairobi ums Leben kam. Die Nachricht vom Tod von Tamanis Mutter konfrontiert Tamani und Abu mit dem, was sie am meisten fürchten – der Wahrheit. Ein Film über Vergebung und Vertrauen, der sich auf wahre Begebenheiten stützt. Gewinner des East African Talent Award.

Mâh Saah-Sah
13. September
R: Daniel Kamwa, Kamerun 2007

Ein junger talentierter Kunstschmied verliebt sich in die Tochter eines Kunsttöpfers, die seine Zuneigung erwidert. Die beiden werden von ihren Familien einander versprochen. Als der Vater der jungen Frau aber seinem kleinen kranken Kind keinen Krankenhausaufenthalt ermöglichen kann, will er die hübsche, schon versprochene Tochter gegen deren Willen einem reichen Händler zur Frau geben. Doch die wird im letzten Moment entführt. In dieser „Reifeprüfung“ aus Kamerun siegen Liebe und Freiheit über den Missbrauch von Macht, über Korruption und Materialismus. Der Film erhielt beim ZIFF 2009 den SIGNIS Jury Award – Commendation.

Bongoland
13. September
R: Josiah Kibira, Tansania 2003

Die Versprechungen des American Dream locken den Hochschulabsolventen Juma aus seiner Heimat Tansania (alias „Bongo“) fort, er landet in Minnesota und muss anhand von Kreditkartenabrechnungen, miserablen Jobs und den US-Einwanderungsbestimmungen erfahren, was es heißt, illegaler Migrant zu sein. Kaum ein Dutzend Filme wurde bislang in der Sprache Swahili gedreht (bei einer Sprechergemeinschaft von 80 Millionen Menschen!), „Bongoland“ ist sicher der wegweisendste.

Das Zanzibar International Film Festival 2009 in Potsdam im Filmmuseum Potsdam ist eine Kooperation des Filmmuseums Potsdam mit der Initiative Städtepartnerschaft Sansibar-Potsdam, der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft (BBAG) e.V.,
den Regionalen Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule (RAA) Brandenburg in Trägerschaft des Demokratie und Integration Brandenburg e.V. und VENROB e.V.

Das Projekt wird gefördert vom Auswärtigen Amt aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung.

Artikel vom 10.08.2009 (sec)


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