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125. Jahrestag der Berliner "Kongo-Konferenz"
Vor genau 125 Jahren begann ein dunkles Kapitel in der Geschichte Deutschlands und Europas. Am 15. November 1884 empfing Reichskanzler Otto von Bismarck die Vertreter der damaligen Kolonialmächte in Berlin. Der Grund: Man wollte im Rahmen der ersten sogenannten "Kongo-Konferenz" über eine Aufteilung des afrikanischen Kontinents beraten. Zu den 14 Teilnehmern gehörten neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Russland und die USA. Trotz der gönnerhaften Aussage Bismarcks, man könne auch aus Afrikanern "brauchbare Menschen" machen, wurde kein Vertreter Afrikas zu dem Treffen eingeladen.
Die teilnehmenden Staaten legten während der Beratungsgespräche fest, wie der afrikanische Kontinent völkerrechtlich in Beschlag genommen werden konnte, denn dies war bislang nicht geklärt. Die Frage, wie groß der Einfluss der einzelnen Mächte innerhalb Afrikas sein sollte, löste so heftige Debatten aus, dass das Schlussdokument, die "Kongo-Akte" als "Scramble for Africa" ("Wettlauf um Afrika") in die Geschichtsbücher einging. Bis auf Äthiopien und Liberia wurden alle Staaten Afrikas innerhalb weniger Jahre nach der Kongo-Konferenz unter den Weltmächten aufgeteilt. Willkürliche Aufteilung Dabei wurden die meisten Grenzen kurzerhand mit einem Lineal gezogen und völlig willkürlich neu festgelegt. Ob bei der Grenzziehung möglicherweise Lebensräume afrikanischer Volksstämme zerstört werden würden, war dabei uninteressant, denn es galt, das sogenannte "Niemandsland" und die "weiße Flecken" den Teilnehmern zuzuordnen. So bekam der belgische König Leopold II den Kongo-Freistaat als private Kolonie und das Deutsche Reich beanspruchte Deutsch-Südwestafrika, Deutsch-Ostafrika, Togoland und Kamerun. Geheuchelte Moral Ziel des Kongo-Vertrages war, den Einheimischen "die Vorteile der Zivilisation verständlich und wert zu machen". Und obwohl sich die Kolonialmächte in dem gemeinsam getroffenen Einkommen dazu verpflichteten "…an der Unterdrückung der Sklaverei und insbesondere des Negerhandels mitzuwirken", war in diesen afrikanischen Gebieten während der rund 30-jährigen Kolonialherrschaft Deutschlands Menschenraub, Zwangsarbeit, Folter und Vergewaltigung an der Tagesordnung. Menschen wurden zu Sklaven gemacht und der afrikanische Kontinent wirtschaftlich ausgebeutet. Trotz dieser langen und grausamen Kolonialherrschaft Deutschlands auf dem afrikanischen Kontinent wird der deutsche und europäische Kolonialismus heutzutage kaum noch thematisiert. (Deutsche Welle) Artikel vom 16.11.2009 (Michaela Paul (dpa) Redaktion: Christine Harjes)
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