Politik » Artikel Berlin, 10.03.2010   


Cabinda: Übergriffe gegen Togos Mannschaft beim Africa Cup (update)

Im Vorfeld der Spiele zum Africa Cup kam es am Freitag (8.1.2010) zu einem heftigen Angrifff der Freiheitsrebellen gegen die Mannschaft Togos. Die Spieler stehen unter Schock, der Torwart wurde mit einer Schussverletzung ins Krankenhaus eingeliefert. Zwei Mitglieder der Delegation und ein Busfahrer wurden getötet. Ein Mitglied der afrikanischen Fußball-Konföderation CAF erklärte in Cabinda, es handele sich um den Assistenztrainer des Teams und den Pressesprecher. Das togolesische Team hatte die Teilnahme am Cup abgesagt und wird nach einigem Hin und Her nun defenitiv abreisen. Die Rebellen haben weitere Übergriffe angekündigt.

Die angolanischen Veranstalter des Africa Cups betonten, dass die Spiele in jedem Fall auch in Cabinda ausgetragen werden. Sie machten im Gegenzug der togolesischen Mannschaft Vorwürfe, die entgegen der Empfehlung, aus Sicherheitsgründen nicht mit dem Bus anzureisen, die Fahrt im Bus unternommen hätten. Hier bleibt allerdings die aktuelle Entwicklung abzuwarten, weil die Rebellen weitere Übergriffe angekündigt haben. Möglicherweise werden sich ja weitere Teams weigern in Cabinda aufzulaufen. Da sollte der Veranstalter bereits jetzt über einen Alternativlösung nachdenken.


Cabinda gilt als politisch fragil, da es eine starke Unabhängigkeitsbewegung gibt, die seit vielen Jahren um Eigenständigkeit Cabindas kämpft.

Cabinda war einer der Hauptaustragungsorte für den angolanischen Unabhängigkeitskrieg von 1961 bis 1974. Doch die Unabhängigkeit brachte dem südwestafrikanischen Land keinen Frieden, sondern einen bis 2002 währenden Bürgerkrieg. Die 300.000 Bewohner der rund 7.300 Quadratkilometer großen Enklave fanden bis heute keine Ruhe.

Die angolanische Regierung hatte in Cabinda 40.000 Soldaten stationiert, um separatistische Guerillas von der Machtübernahme abzuhalten. Autonomie oder Unabhängigkeit wurde für die Provinz damit unmöglich. Das FCD war schließlich gezwungen, einen Kompromiss auszuhandeln, der mit den Unterschriften von Angolas Minister für Gebietsverwaltung, Virgilio de Fontes Pereira, und dem FCD-Präsidenten Antonio Bento Bembe offiziell besiegelt wurde.

Am 1. August 2006 ist in Angolas Enklave Cabinda ein Abkommen für Frieden und Versöhnung unterzeichnet worden. Damit sollen 45 Jahre der Gewalt in der Provinz beendet werden. Doch die schwierige Geschichte des zwischen Kongo und der Demokratischen Republik Kongo gelegenen Gebiets ist noch nicht zu Ende. Die Übereinkunft zwischen der Regierung und dem abtrünnigen Cabinda-Forum für Dialog (FCD) hat zunächst einmal formellen Charakter.

Der FCD-Sprecher Macário Romão Lembe sagte 2006 vor Journalisten in Portugal, die Übereinkunft bringe einen Krieg zu Ende, der dem Volk viel Leid gebracht habe. Dennoch deutete auch er an, dass die lange und komplizierte Geschichte der Enklave noch lange nicht zu einem Abschluss gekommen ist.

Artikel vom 10.01.2010 (sec)


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Hauptstadt: Lomé
Unabängigkeit: seit 27.04.1960
Klima: tropisch
Amtssprache: Französisch
Größe: 56.785 km²
Einwohnerzahl: ca. 5.900.000
Währung: CFA-Franc (100 Centimes)
Telefonvorwahl: +228
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Internet-TLD: .tg
 
 
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