Kultur » Artikel Berlin, 08.02.2012   


Afrika Afrika! Ein magisches Zirkusereignis vom Kontinent des Staunens

Fast zwei Jahre lang sind André Hellers Mitarbeiter in Afrika unterwegs gewesen. Zwischen Mali und Marokko, zwischen Ägypten und Südafrika, an allen Küsten und im Landesinneren sowie in der afrikanischen Diaspora haben sie faszinierende Künstler gefunden; Tänzer, Artisten, Musiker, Exzentriker und Akrobaten, die ihre Zuschauer mit Tempo, Energie und dem Ausdruck überschäumender Lebensfreude verführen. Am 14. Dezember ist Premiere.

Ihr Zirkustheater will ein „sinnliches Vergnügen für Kinder und Erwachsene, für Arbeiter und Intellektuelle“ bieten.

Bisher kannte man den Zirkus europäischer Herkunft mit Tiernummern, Hochseilakten, Zauberern und Clowns. Auch die russische Zirkuskunst ist uns unterdessen vertraut. Und André Heller selbst eröffnete dem westlichen Publikum 1986 die Welt des Chinesischen Zirkus. Jetzt, am 14. Dezember diesen Jahres, wird er Afrika! Afrika! erstmals in Frankfurt am Main präsentieren. Es folgen in 2006 die Städte Hamburg (ab Februar), München (ab April), Berlin (ab Juli), Düsseldorf (ab September). Planungen für 2007 sind schon entwickelt für Wien, Köln uvm..

Künstlerische Darbietung in höchster Vollendung und artistischer Mut verbinden sich dabei mit Freude und Begeisterung der Darsteller; nicht zuletzt dadurch, durch den selbstbewussten Gestus sprühender Lebenskraft, wird sich dieser Zirkus von anderen abheben. Was die Artisten trotz der verschiedenen Stile verbindet, ist die Stimmung des Aufbruchs. In ihrem Ensemble, in „einer unübertrefflich schönen Parade der Wunder“, offenbart sich die kreative Kraft des Kontinents.

Mehr als einhundertzwanzig afrikanische Künstler und Akrobaten sind an der Show beteiligt. Viele von ihnen kommen aus drei afrikanischen Zirkusschulen, die Kooperationspartner dieses Projektes sind. Mit der materiellen und logistischen Unterstützung der Afrikanischen Zirkus GmbH & Co. KG entwickeln sie aus ihrer Kultur heraus die Beiträge für das Programm André Hellers.

Aufgeführt wird keine Folklore, sondern moderne afrikanische Kunst, in der die große Kulturtradition aufgehoben ist. Dafür steht insbesondere der in der Pariser Diaspora lebende Choreograph Georges Momboye. In seiner Hand liegt ein Großteil der Inszenierung. Neben der Artistik bestimmen vor allem die Masken- und Kostümwelten, die Musik und der Tanz das Manegenereignis. Verbunden ist es überdies noch mit einem einmaligen Raumerlebnis.

Auch der maurisch anmutende Zeltpalast, seine phantasievoll bemalten Innenwände und der mit Berberteppichen belegte Fußboden gehören zum Gesamtkunstwerk des reisenden Theaters. Wer es besucht, kann für Stunden in eine andere Welt eintauchen. Zu erleben ist sie während der Darbietungen sowie in den Pausen – im afrikanischen Café oder auf dem afrikanischen Markt mit den schweren Aromen exotischer Ferne.

Manches davon mag unseren phantastischen Vorstellungen und mythischen Traumbildern entsprechen, anderes wirkt dagegen ausgesprochen überraschend. Ungewöhnliches zeigt eine zeitgenössische Galerie. Auch in ihr wird ein für die meisten neues Afrikabild zu sehen sein. Wie der Tanz und die Musik gehört die Bildende Kunst zu den Ausdrucksformen, in denen sich die Afrikaner vornehmlich kontinental und weniger national verstehen.

So wie das Zirkustheater durch die Unterstützung der Zirkusschulen gleichsam aus Afrika heraus entwickelt wird, will es auch mit einem Teil seiner Einnahmen nach Afrika zurückwirken. Ein Euro von jeder verkauften Eintrittskarte fließt in einen Hilfsfond, aus dem ausschließlich kulturelle Projekte gefördert werden. Damit soll das Bemühen der Afrikaner unterstützt werden, sich mit ihrer kulturellen Identität, ihrem Zukunftsanspruch internationale Geltung zu verschaffen.

Durch die UNESCO wurde dieses Engagement anerkannt, indem sie die Schirmherrschaft für Afrika! Afrika! übernommen hat. Mit dem Goethe-Institut e.V. besteht eine Kooperationsvereinbarung über die Entwicklung und Betreuung von Kulturprojekten in Afrika. Schon in der Phase der Vorbereitung hatte Doudou Diène, der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen zu Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung, seine Sympathie für Afrika! Afrika!, das neue Vorhaben André Hellers, bekundet.

Artikel vom 10.12.2005 (SEC)


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Presse

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